Türkei und Iran für mehr regionale Kooperation in Syrien

Die Türkei und der Iran haben eine engere regionale Zusammenarbeit zur Lösung des Konflikts in Syrien gefordert. Bei einem Treffen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad gestern in Baku habe es eine Annäherung in der Syrien-Frage gegeben, meldete die Onlineausgabe der Zeitung „Hürriyet“ unter Berufung auf türkische Regierungskreise.

Erdogan und Ahmadinedschad trafen sich am Rande eines Gipfeltreffens der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECO), einem Zusammenschluss der Türkei und neun zentralasiatischen Staaten.

Türkische Medien berichteten nach der rund 40-minütigen Unterredung, Ahmadinedschad habe Verständnis für die türkischen Vergeltungsschläge nach dem kürzlichen Artilleriebeschuss aus Syrien gezeigt. Der Iran werde die Türkei in dieser Angelegenheit weiter unterstützen. Bisher steht der Iran im Syrien-Konflikt an der Seite der Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Die Türkei unterstützt dagegen die Aufständischen.

Intellektuelle zu Tode gefoltert

Ein Professor der Universität Damaskus ist in der Haft zu Tode gefoltert worden. Das berichteten syrische Menschenrechtsaktivisten. Mohammed Sakarija al-Nasar unterrichtete an der Fakultät für Bauingenieurwesen. Er war vor einigen Tagen an einer Straßensperre in der Hauptstadt festgenommen worden. Die Aktivisten sehen seinen Tod als Teil einer Kampagne gegen Intellektuelle.

Vor etwa zwei Wochen soll der Autor Mohammed Nimr al-Madani an den Folgen der Folter gestorben sein. Al-Madani hatte als Holocaust-Leugner international Schlagzeilen gemacht.

Rebellen einigen sich offenbar auf gemeinsame Führung

Die Aufständischen in Syrien einigten sich nach Angaben aus Rebellenkreisen auf die Bildung einer gemeinsamen Führung. „Das Abkommen steht, sie müssen es nur noch unterzeichnen“, sagte einer von ihnen. Der von Dutzenden Rebellen - darunter auch Anführern der Freien Syrischen Armee - getroffene Beschluss solle die militärische Zusammenarbeit im Kampf gegen Präsident Assad verbessern. Zudem sei eine geeinte Führung von ausländischen Unterstützern als Bedingung für die Lieferung schwerer Waffen genannt worden.