Schavan will zu Plagiatsvorwürfen Stellung nehmen

Die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) will die Täuschungsvorwürfe bezüglich ihrer Doktorarbeit durch eine umfassende Stellungnahme vor der Universität Düsseldorf ausräumen.

„Ich habe zu keinem Zeitpunkt bei der Arbeit an meiner Dissertation versucht zu täuschen. Sobald mir der Promotionsausschuss Gelegenheit dazu gibt, werde ich zu den Vorwürfen Stellung nehmen“, sagte Schavan der „Rheinischen Post“ (Montag-Ausgabe) laut einem Vorabbericht.

Kritik an Uni

Zugleich kritisierte die Ministerin die Universität scharf. „Es ist ein bemerkenswerter Vorgang, dass ein vertrauliches Gutachten eines Hochschullehrers der Presse vorliegt, bevor die Betroffene von der Existenz des Gutachtens weiß.“

Schavan hatte von dem Gutachten für die Promotionskommission erst aus den Medien erfahren. Erst auf Nachfrage der Ministerin hatte der Rektor der Universität Düsseldorf das 75-seitige Gutachten Schavan am Wochenende zugeschickt. Schavan kündigte an, sich weiter an die Spielregeln zu halten „und mit der Universität nicht über die Öffentlichkeit zu kommunizieren“.

Gutachten belastet Ministerin

Einige deutsche Politiker, allen voran Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), haben Plagiatsvorwürfe bei ihren Uniabschlussarbeiten schon das Amt gekostet. Nun ist Bildungsministerin Schavan schwer unter Druck geraten. Nach ersten Vorwürfen im Frühjahr kommt jetzt ein Gutachten zum Schluss, die Politikerin habe bei ihrer Doktorarbeit bewusst getäuscht.

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Merkel stellt sich hinter Schavan

Inmitten der Plagiatsvorwürfe gegen die Doktorarbeit von Schavan sprach die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der Ministerin ihr „volles Vertrauen“ aus. Schavan sei eine „hervorragende und sehr erfolgreiche Ministerin“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. „Die Bundeskanzlerin hat volles Vertrauen zu ihr.“