Themenüberblick

Wahlkampfhilfe von Kathryn Bigelow

Der erste Spielfilm über die Tötung des Terroristenchefs Osama bin Laden soll zwei Tage vor der US-Präsidentenwahl im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt werden. Der Militäreinsatz spielt eine wichtige Rolle in der Wahlkampagne von Präsident Barack Obama, der sich des Vorwurfs erwehren muss, nicht hart genug gegen den Terrorismus vorzugehen.

Wie das US-Branchenblatt „Variety“ am Freitag berichtete, hat der Kabelsender National Geographic am 4. November den Film „SEAL Team Six: The Raid on Osama Bin Laden“ im Programm. Der Regisseur John Stockwell schildert darin den Einsatz des legendären „Team Six“ der Navy-Seals, eine Eliteeinheit der US-Marine, die am 2. Mai 2011 in Pakistan Bin Laden erschossen hatte.

Produzent ist Anhänger Obamas

Hollywood-Produzent Harvey Weinstein hatte sich bereits im Mai die Rechte an dem Film gesichert. Weinstein zählt zu den prominenten Anhängern Obamas, die sich für dessen Wiederwahl starkmachen. Als Oberbefehlshaber des US-Militärs hatte Obama damals grünes Licht für den Angriff auf Bin Laden gegeben.

Auch Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow („The Hurt Locker“) bringt die Jagd auf Bin Laden auf die Leinwand. Ihr Action-Thriller „Zero Dark Thirty“ mit Hauptdarsteller Joel Edgerton soll im Dezember in den US-Kinos anlaufen. Für den Kriegsstreifen „The Hurt Locker“ hatte Bigelow 2010 als erste Frau den Regie-Oscar gewonnen.

Außenpolitik als Obamas Trumpf

Die Außenpolitik ist dank der Tötung Bin Ladens und der Beendigung des Irak-Kriegs in einem von Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit dominierten Wahlkampf einer der Trümpfe Obamas, mit denen sich der Präsident positiv von seinem Herausforderer Mitt Romney abheben konnte. Schützenhilfe bekam Obama im Juli von US-Admiral William McRaven, der an der Mission beteiligt war und sie als historisch bezeichnete und Obama dafür lobte.

Der Einsatz werde „als einer der größten“ in die Geschichte der Geheimdienste eingehen, sagte er auf dem Sicherheitsforum in Aspen im US-Staat Colorado. Der Al-Kaida-Chef war bei einer nächtlichen Aktion der US-Elitetruppe Navy SEALs voriges Jahr in Pakistan erschossen worden. Der Zeitpunkt und die operationellen Entscheidungen für den Angriff lagen in McRavens Händen.

„Militärischer Teil der einfachste“

„Unser Anteil daran, der militärische Teil (...), war wahrscheinlich der einfachste des gesamten Angriffs“, sagte McRaven bei dem von dem CNN-Reporter Wolf Blitzer moderierten Forum. Die größte Arbeit, etwa Bin Laden in seinem Versteck im pakistanischen Abbottabad aufzuspüren und zu überwachen, gehe auf das Konto des Geheimdienstes CIA. Zu Details des Einsatzes, etwa ob die Anweisung gewesen sei, Bin Laden zu töten, oder ihn festzunehmen, äußerte sich der Admiral nicht.

Obama sei dann schließlich derjenige gewesen, der den Einsatz befohlen habe, sagte McRaven. Danach befragt, ob der US-Präsident dafür Anerkennung verdiene, sagte der US-Admiral: „Absolut.“ Obama hatte jüngst den Einsatz gegen Bin Laden, der sich für die Anschläge vom 11. September 2011 in New York und Washington bekannte, als den „wichtigsten Tag“ seiner Präsidentschaft bezeichnet. Bin Laden war am 2. Mai 2011 getötet worden.

Links: