US-Bank JP Morgan Chase verdient wieder wie vor Krise

Die größte US-Bank JPMorgan Chase verdient wieder so viel wie vor der Krise. Hauptgrund ist die boomende Nachfrage nach Hypotheken in den USA - dank des Aufkaufprogramms der US-Notenbank Fed und der niedrigen Zinsen. Im dritten Quartal steigerte JP Morgan den Nettogewinn um ein Drittel auf 5,7 Mrd. Dollar (4,41 Mrd. Euro), wie das Institut gestern mitteilte. Das Ergebnis übertraf die Analystenerwartungen, weshalb die Aktien vorbörslich um zwei Prozent anzogen.

„Der Häusermarkt hat die Talsohle durchschritten“, bilanzierte Bankchef Jamie Dimon. Allein im Hypothekengeschäft nahm das Institut 1,8 Milliarden Dollar ein - 36 Prozent mehr als vor einem Jahr. Zudem reduzierte JP Morgan die Vorsorge in dem Bereich.

Boom wegen niedriger Zinsen

Der Mini-Boom bei den Immobilienfinanzierungen beruht auf den niedrigen Zinsen. Viele Hausbauer wollen aktuell ihre Hypotheken umschulden, um davon zu profitieren. Zugleich haben die Banken keine Probleme, die Finanzierungen am Kapitalmarkt weiterzuverkaufen. Sie bündeln sie dafür in Wertpapiere, die mit Hypotheken besichert sind - der Markt für ähnliche Finanzprodukte war vor fünf Jahren zusammengebrochen, woraufhin die Finanzkrise ihren Lauf nahm.

Die Investoren rennen den Instituten derzeit die Türe ein, weil die Fed als garantierter Abnehmer der Papiere feststeht: Die US-Notenbank hat angekündigt, zur Stützung der Konjunktur pro Monat bis zu 40 Mrd. Dollar an Hypothekenpapieren aufzukaufen.