Srebrenica-Opfer klagen die Niederlande

Mehr als 17 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica ziehen Hinterbliebene der mehr als 8.000 ermordeten Männer und Buben vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Im Namen der Vereinigung Mütter von Srebrenica reichte der Anwalt Axel Hagedorn heute in Straßburg eine Beschwerde gegen die Niederlande ein, deren Blauhelmsoldaten nach dem Massaker vom 11. Juli 1995 heftig kritisiert worden waren.

Rund 170 Angehörige, die mit Bussen angereist waren, versammelten sich vor dem Gerichtshof. Sie hielten Fotos mit den Namen der insgesamt 8.106 Opfer in die Höhe - muslimische Männer und Buben. „Wir wollen endlich Gerechtigkeit“, sagte die 61 Jahre alte Hatidza Mehmetovic, die bei dem von bosnisch-serbischen Soldaten verübten Massaker ihren Mann und ihre damals 18 und 21 Jahre alten Söhne verlor.