Rekordarbeitslosigkeit: Jeder vierte Grieche ohne Job

Erstmals seit dem Abgleiten Griechenlands in die Wirtschaftskrise und Rezession hat die Arbeitslosigkeit die 25-Prozent-Marke übersprungen. Die Rate lag im Juli 2012 bei 25,1 Prozent, wie die griechische Statistikbehörde heute mitteilte. Im Juli 2011 war die Arbeitslosenrate bei 17,8 Prozent gelegen.

Griechenland steht vor dem sechsten Rezessionsjahr in Folge. Es braucht nach Angaben der Regierung dringend die nächste internationale Hilfstranche in Höhe von 31 Milliarden Euro, andernfalls droht die Staatspleite.

IWF: Athen braucht mehr Zeit

Griechenland braucht nach Ansicht von IWF-Chefin Christine Lagarde zwei Jahre mehr Zeit, um seine Krise zu überwinden. „Es ist manchmal besser, etwas mehr Zeit zu haben“, sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der japanischen Hauptstadt Tokio.

„Ein Aufschub von zwei Jahren ist (für Griechenland) notwendig, um das Konsolidierungsprogramm zu bewältigen.“ Lagarde hatte sich zuvor schon mehrmals aufgeschlossen gegenüber einem zeitlichen Aufschub für Athen gezeigt, so deutlich für zwei Jahre mehr Zeit trat sie bisher aber noch nicht ein.

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Der griechische Regierungschef Antonis Samaras wirbt bei seinen Geldgebern seit längerem um einen zweijährigen Aufschub für die Erfüllung der drastischen Sparauflagen. Der IWF arbeitet nach den Worten Lagardes weiter mit Nachdruck an der Rettung Griechenlands. Die in das Land entsandten IWF-Mitarbeiter versuchten unermüdlich, die Differenzen zwischen den internationalen Geldgebern und dem verschuldeten Euro-Land aufzulösen, sagte Lagarde in Tokio.

Die Diskussionspunkte seien der Defizitabbau, Strukturreformen, der Finanzsektor und die Verschuldung. Der IWF wolle dem Land helfen, wieder auf die Beine zu kommen, meinte die Französin im Vorfeld der Jahrestagung von IWF und Weltbank am Wochenende in der japanischen Hauptstadt.