Initiative kämpft für freien Unizugang

Mit einer neuen „Initiative für einen offenen Hochschulzugang“ kämpfen unter anderem die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) und die Bundesjugendvertretung gegen Zugangsbeschränkungen an den Unis.

Damit solle eine „Plattform für eine kritische Gegenöffentlichkeit“ geschaffen werden, sagte ÖH-Vorsitzender Martin Schott (Fachschaftslisten, FLÖ) heute bei einer Pressekonferenz. Man wolle zeigen, „dass eine breite Öffentlichkeit nicht zufrieden ist mit der derzeitigen Entwicklung“ an den Hochschulen.

Neue Hürden für Studierende

Die Regierung habe sich 2010 in ihrer „Europa-2020-Strategie“ zwar das Ziel gesetzt, den Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit Hochschulabschluss bis 2020 auf 38 Prozent praktisch zu verdoppeln, meinte Schott. In der Realität finde aber die gegenteilige Entwicklung statt.

Statt Bildungsbarrieren abzubauen, würden die Studierenden mit immer neuen Hürden konfrontiert. Als Beispiele nannte Schott die Streichung der Familienbeihilfe ab 24 Jahren, die Einführung der Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP), die autonomen Studiengebühren und die Einführung der Neuen Mittelschule (NMS) statt der Gesamtschule.

Kaum noch freier Unizugang

Betrachtet man die Zugangsregeln im Hochschulsektor, gibt es schon seit längerem keinen freien Zugang mehr. Über alle Hochschulsektoren gerechnet existiert er als Grundsatz nur noch im Unibereich - Fachhochschulen (FH) und Pädagogische Hochschulen (PH) wählen seit dem Beginn ihrer Existenz ihre Studenten aus.

Außerdem ist an zehn der 21 Universitäten (sechs Kunstunis, drei Medizinunis sowie der Universität für Veterinärmedizin) der Zugang bereits beschränkt, an den anderen elf existieren Beschränkungen zumindest in einigen Fächern.

Insgesamt musste im Wintersemester 2011 vor jeder siebenten Inskription zum Studium zunächst eine Prüfung bestanden werden. Konkret haben laut Daten des Wissenschaftsministeriums von den 44.900 Neo-Studenten 6.060 ein Studium mit Zulassungs- oder Auswahlkriterien begonnen.