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Nur wenige Politiker mit positiver Note

Die SPÖ hat durch die Vorgänge um den Korruptions-U-Ausschuss und die Inseratenaffäre offenbar deutlichen Schaden in der Wählergunst genommen. Im aktuellen APA-OGM-Vertrauensindex büßt der überwiegende Teil der SPÖ-Spitzenpolitiker - zum Teil auch massiv - an Vertrauen ein, allen voran Bundeskanzler Werner Faymann, Staatssekretär Josef Ostermayer und Verteidigungsminister Norbert Darabos.

Der Index bildet ein Saldo aus „Vertrauen“ und „kein Vertrauen“ (in Prozent). Von den 21 abgefragten SPÖ-Proponenten befinden sich nur sieben im Vertrauensplus. Faymann liegt mit einem Saldo von minus sieben zwar noch im Mittelfeld des Rankings, sein Verlust ist aber recht deutlich: Er büßte elf Prozentpunkte ein - bei nur vier Parteikollegen war der Vertrauensrückgang größer.

Darabos stürzt im Ranking ab

Einen noch deutlicheren Absturz erlebte Darabos: Der ohnehin schon länger beständig im Schlussfeld des Rankings platzierte Verteidigungsminister verlor weitere 15 Punkte und rangiert mit einem Vertrauenssaldo von minus 38 mit Abstand auf dem letzten Platz. Vor ihm befinden sich die beiden Bundesgeschäftsführer: Günther Kräuter hält bei einem Saldo von minus 21 (ein Verlust von fünf Punkten gegenüber 2011), Laura Rudas liegt 24 Punkte im Minus (minus fünf).

Schlechtes Zeugnis auch für Schmied

Die stärksten Verluste im Jahresvergleich erlitten Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Ostermayer. Erstere büßte 16 Punkte ein und hält nun bei minus zehn Punkten, Faymanns Vertrauter Ostermayer verlor ganze 17 Punkte und liegt mit einem Minus von 16 nur knapp vor SPÖ-Klubobmann Josef Cap. Dieser verlor wie sein Parteichef im Jahresvergleich sieben Prozentpunkte und hält nun bei einem Minus von 18.

Laut OGM-Chef Wolfgang Bachmayer dürften bei Ostermayer und Faymann vor allem die in den letzten Wochen intensiv behandelte Inseratenfrage und das Nichterscheinen des Kanzlers vor dem U-Ausschuss für das Ergebnis maßgeblich sein. Bei Ostermayer falle auch der im vorigen Jahr noch wirksame Bonus der Kärntner Ortstafellösung weg, so der Experte.

Noch in der vorderen Hälfte des Rankings findet sich Neo-Parteiprogramm-Reformer Karl Blecha. Der Chef des roten Pensionistenverbandes hält bei einem Saldo von minus vier, büßte mit sieben Punkten aber ebenfalls erheblich an Vertrauen ein. Auf Augenhöhe mit Faymann liegt Verkehrsministerin Doris Bures: Ein Verlust von drei Punkten bescherte ihr ein Saldo von minus sieben. Auch Wiens Bürgermeister Michael Häupl verlor an Terrain: Minus sechs Punkte bedeuten ein Saldo von minus neun. Ebenfalls deutlich im Minus liegt Staatssekretär Andreas Schieder (minus 14).

Prammer, Burgstaller sammeln Sympathiepunkte

Das beste Zeugnis stellten die 500 befragten Österreicher Nationalratspräsidentin Barbara Prammer aus. Sie liegt mit einem Saldo von 26 im positiven Bereich und konnte sich gegenüber September 2011 um fünf Punkte verbessern. Knapp hinter ihr befindet sich Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller mit einem Saldo von 25 (plus zehn), Platz drei nimmt ihr steirischer Landeshauptmann-Kollege Franz Voves (plus drei) ein - noch vor Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (sieben/plus fünf).

Ebenfalls im Plus befindet sich Sozialminister Rudolf Hundstorfer mit einem Saldo von plus sechs trotz eines Verlustes von sechs Punkten. Auch Gesundheitsminister Alois Stöger (zwei/minus drei) und Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (eins/minus zwei) können auf ein positives Saldo verweisen.

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