Angeblich neue Hürde im EADS-BAE-Fusionspoker

In den Verhandlungen um die geplante Rüstungsfusion von EADS und BAE ist Kreisen zufolge eine neue Hürde aufgetreten. Grund sei die Weigerung der deutschen Bundesregierung, einem von Großbritannien und Frankreich favorisierten Entwurf für den Umgang mit den Staatsbeteiligungen zuzustimmen, sagten mehrere mit dem Vorgang Vertraute gestern. „Es gibt eine Blockade“, sagte ein Insider. Die deutsche Regierung wollte sich auf Anfrage nicht äußern. EADS war zunächst nicht zu erreichen.

Weiter hieß es in den Kreisen, es sei unwahrscheinlich, dass sich die Konzerne vor Börseneröffnung morgen zur Frage äußern, ob sie eine Verlängerung der Übernahmefrist beantragen wollen. Eine Erklärung könnte aber später abgegeben werden, sagten zwei Insider.

Bis 18.00 Uhr müssen beide Konzerne entscheiden, ob sie ihr rund 45 Mrd. Dollar (34,73 Mrd. Euro) schweres Zusammengehen zum weltgrößten Rüstungs- und Raumfahrtkonzern vorantreiben wollen.

EADS erwägt angeblich Klage wegen Gerüchten

Nach einer Serie von marktbewegenden Medienberichten über den Fortgang der Fusionsverhandlungen erwägt EADS nun angeblich rechtliche Schritte. Der Luft- und Raumfahrtkonzern ziehe eine Klage wegen Marktmanipulation ernsthaft in Betracht, sagte ein Konzerninsider. Es habe mehrere undichte Stellen sowie falsche Gerüchte gegeben. EADS war auf Anfrage zunächst nicht zu erreichen.

Bereits mehrmals hatte das Unternehmen Berichte über einen Zusammenbruch der Verhandlungen zurückgewiesen. Sowohl die Berichte als auch die Dementis hatten die in Frankreich gelistete Aktie deutlich bewegt. In Frankreich ist es möglich, eine Klage gegen unbekannt einzureichen und damit Ermittlungen zu ermöglichen. Das ist bei Megazusammenschlüssen durchaus nicht unüblich und gilt als Zeichen für besonders starke Spannungen oder ausgeprägte Spekulationen.