Faymann und Hollande demonstrieren in Paris Einigkeit

Die Finanztransaktionssteuer kam Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Frankreichs Präsident Francois Hollande gestern gerade recht. Bot sie doch eine erfreuliche Botschaft, die die beiden nach dem Besuch Faymanns im französischen Präsidentenpalast vor Journalisten verkünden konnten. Einigkeit demonstrierten die Spitzenpolitiker auch in der Frage der Bankenunion, des Wachstumspaktes sowie in der notwendigen Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit. Gegenteilige Meinungen gibt es weiterhin in der Atompolitik.

„Exzellente“ Beziehung

Die Beziehungen zwischen Österreich und Frankreich seien „exzellent“, erklärte Hollande nach dem Arbeitsbesuch. Zwischen beiden Staaten herrsche großteils Einigkeit, vor allem in der Vorstellung, die man über ein gemeinsames Europa habe, fügte der französische Präsident hinzu und untermauerte seine Ausführungen mit europapolitischen Beispielen: Das Eintreten für Wachstum und Stabilität, die Befürwortung der Bankenunion, die notwendige Weiterentwicklung der EU-Institutionen sowie die Finanztransaktionssteuer, überall dort vertrete man gemeinsame Positionen.

Gespräche mit Premierminister Ayrault

Als letzter Termin Faymanns stand um 19.00 Uhr ein Treffen mit dem französischen Premierminister Jean-Marc Ayrault auf dem Programm. Thema war dabei unter anderem eine mögliche Vertiefung der Euro-Zone, wie Faymann nach dem Gespräch gegenüber Journalisten sagte.

Er habe gegenüber Ayrault jedoch betont, dass eine Vertiefung der Währungsunion aus österreichischer Sicht nur dann gerechtfertigt wäre, wenn diese keinen Nachteil für die Nicht-Euro-Länder bedeuten würde. Vor allem für Österreich, das in den neuen Mitgliedsstaaten wichtige Partner sehe und eine starke Orientierung in Richtung Balkan und den Donauraum habe, sei das kein vertretbarer Weg, so der Bundeskanzler.