Metallergewerbe erhält um 3,4 Prozent mehr Lohn

In der Metallbranche gibt es nun eine erste Einigung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber - allerdings nicht in der Metallindustrie, sondern im Metallgewerbe: Hier einigten sich die Sozialpartner in nächtlichen Verhandlungen auf einen Anhebung der KV-Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen ab 1. Jänner um 3,4 Prozent und der Ist-Löhne um 3,2 Prozent.

Zulagen und Aufwandsentschädigungen werden um drei Prozent erhöht, teilte die Produktionsgewerkschaft Pro-Ge heute in einer Aussendung mit. „Der Abschluss ist hart erkämpft“, sagte Verhandlungsleiter und Pro-Ge-Vorsitzender Rainer Wimmer. Trotz der Unterschiede und Gegensätze sei die Sozialpartnerschaft im Gewerbe sehr konstruktiv und habe Handschlagqualität, so Wimmer in einem klaren Seitenhieb auf die Arbeitergeber der Metallindustrie.

Dicke Luft in Metallindustrie

Traditionell folgte der Lohnabschluss im Metallgewerbe immer auf jenen in der Industrie. Weil die Industriearbeitgeber heuer auf getrennten Verhandlungen für die sechs Fachverbände bestanden, kam es nun vorher im Gewerbe zur Einigung.

Bei den Verhandlungen in der Metallindustrie stehen die Zeichen derzeit auf Sturm - morgen findet in Amstetten eine Betriebsrätekonferenz statt, dann folgen Betriebsversammlungen in den einzelnen Unternehmen. Die Stimmung sei weiter schlecht, bestätigte Pro-Ge-Pressesprecher Mathias Beer gegenüber ORF.at.

„Noch tragbarer Kompromiss“

Ganz in der sozialpartnerschaftlichen Tradition wurde der Kompromiss im Metallgewerbe als gerade noch verkraftbar dargestellt: „Im Hinblick auf die schwachen Konjunkturprognosen für das kommende Jahr erscheint der Abschluss als noch tragbarer Kompromiss“, meinen die Arbeitgeberverhandler unter der Führung von Andreas Lahner und Siegfried Steiner.

Der Kollektivvertrag für das Metallgewerbe gilt den Angaben zufolge für etwa 43.000 Mitgliedsunternehmen mit knapp 190.000 Beschäftigten. Der Geltungsbereich umfasst Berufsgruppen wie Elektrotechnik, Metalltechnik, Mechatronik und Kfz-Mechanik sowie die Installateure.