IWF senkt globale Wachstumsprognose

Das Schuldendilemma in Europa und die politischen Turbulenzen in den USA sind nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) Gift für die Weltwirtschaft. Beide Krisen müssten mit Nachdruck bekämpft werden, damit das globale Wachstum nicht massiv abflaue, heißt es in der neuen Konjunkturprognose des IWF, die in der Nacht auf heute in Tokio vorgelegt wurde. Darüber hinaus bereite die Abkühlung in den Schwellenländern große Sorgen.

Nur noch 3,3 statt 3,6 Prozent Auftrieb

Weltweit rechnet der Fonds mit einem Konjunkturauftrieb von 3,3 Prozent in diesem Jahr und 3,6 Prozent im kommenden. Die Werte wurden um 0,2 beziehungsweise 0,3 Prozentenpunkte gesenkt. Für den Euro-Raum sehen die Ökonomen ebenfalls schwächere Werte. In diesem Jahr werde beim BIP sogar ein Minus von 0,4 Prozent verzeichnet. 2013 werde es zwar wieder leicht um 0,2 Prozent wachsen. Bisher war aber mit einem Wachstum von 0,7 Prozent gerechnet worden.

Die verschlechterten Aussichten lassen sich laut dem IWF vor allem mit der Unsicherheit auf den Märkten begründen. Es sei derzeit für Investoren sehr schwierig vorherzusagen, wie sich die Lage in den kommenden Monaten entwickeln werde, heißt es in dem Bericht. Es bestehe wegen der vielen Unwägbarkeiten sogar die Gefahr, dass das weltweite Wachstum unter 2,0 Prozent falle. Die Wahrscheinlichkeit dafür liege derzeit etwa bei einem Sechstel, meinen die IWF-Ökonomen.