Cameron will tiefere Einschnitte in Wohlfahrtsstaat

Der britische Premierminister David Cameron hat unmittelbar vor dem Start des Parteitags seiner Konservativen in Birmingham weitere Einschnitte im Sozialsystem angekündigt. Noch vor der nächsten Wahl im Jahr 2015 müsse der Missbrauch von Wohlfahrtsleistungen - etwa beim Arbeitslosengeld und beim Wohngeld - eingedämmt werden, sagte Cameron in einem Interview des BBC-Fernsehens.

Gleichzeitig erteilte er dem Vorschlag eine Absage, teure Immobilientransaktionen mit höheren Grunderwerbssteuern zu belegen. Der heute begonnene Parteitag dauert bis Mittwoch, die Hauptrede Camerons wird zum Ende der Konferenz erwartet.

Die in Meinungsumfragen weit hinter die Labour-Opposition zurückgefallene Regierungskoalition aus Konservativen und Liberaldemokraten steht vor dem Problem, eine tiefgreifende Wirtschafts- und Wachstumskrise lösen zu müssen. Das Haushaltsdefizit Großbritanniens lag im vergangenen Jahr bei acht Prozent - und droht im laufenden Jahr sogar noch zu steigen. Die Arbeitslosenquote liegt bei fast neun Prozent. Im dritten Quartal in Folge ist die Wirtschaftsleistung geschrumpft, das Land befindet sich in der Rezession.