Putin verteidigt Urteil gegen Pussy Riot

Wenige Tage vor der Berufungsverhandlung im Fall der regimekritischen Punkband Pussy Riot hat Kreml-Chef Wladimir Putin die umstrittene Verurteilung der drei Frauen als „richtig“ verteidigt. Mit ihrer Protestaktion in einer Moskauer Kirche hätten die Musikerinnen „die Grundfesten der Moral untergraben“, sagte Putin in einem heute ausgestrahlten russischen TV-Interview.

Zu der jeweils zweijährigen Gefängnisstrafe für die Frauen sagte er: „Sie haben es gewollt, und sie haben es bekommen.“ Das „Punkgebet“ habe sich zwar gegen ihn gerichtet, er habe aber „keinen Einfluss auf den Prozess genommen“, betonte Putin. Die Berufung wird am 10. Oktober in Moskau verhandelt.

Die inhaftierten Musikerinnen waren Mitte August wegen einer kritischen Aktion gegen Putin in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Die Verteidiger der Frauen gehen nicht davon aus, dass die Berufung Erfolg hat, sondern rechnen maximal mit einer Reduzierung der Haftstrafe um sechs Monate.

Der Richterspruch wegen Rowdytums aus religiösem Hass war weltweit auf Empörung und scharfe Kritik gestoßen. Bürgerrechtler kritisieren das Urteil als politisch motiviert. Die Führung in Moskau weist die Vorwürfe zurück.