Notenbank befürchtet tiefere Rezession in Spanien

Spanien droht im Kampf gegen die Schuldenkrise eine tiefere Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2013 mit 1,5 Prozent etwa dreimal so stark schrumpfen wie von der Regierung angenommen, sagte Notenbankchef Luis Maria Linde heute im Parlament. Deren Annahmen seien „ziemlich optimistisch“.

Auch die Steuereinnahmen und die Staatsverschuldung könnten schlechter ausfallen als angenommen. Sollte sich die Wirtschaftskrise verschärfen, droht Spanien auch neues Ungemach von den Ratingagenturen. Sie warnten vor einer Herabstufung der Bonitätsnote auf Ramschniveau.

„Die größte Gefahr für Spaniens Investmentstatus ist aus unserer Sicht, dass sich die Rezession verschärft“, sagte der Experte der Ratingagentur Fitch, David Riley, im Interview mit Reuters Insider Television. „Das könnte die Sorgen um die Qualität der Bankvermögen ebenso verstärken wie um die Zahlungskraft des spanischen Staates.“

Fitch bewertet die Kreditwürdigkeit derzeit mit „BBB“ (befriedigend). Der Ausblick ist aber negativ, so dass weitere Herabstufungen drohen. Je schlechter die Bonitätsnote, desto höherer Risikoaufschläge verlangen Investoren in der Regel für Staatsanleihen.