Medizinaufnahmetests für Töchterle „nicht fair“

Eine klare Absage erteilt Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle der „gendergerechten“ Auswertung der Aufnahmetests an der Medizinuni Wien. „Das ist klarerweise nicht fair und eine problematische Diskriminierung der Burschen“, so Töchterle in der „Kleinen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe).

Die rechtlichen Chancen von Klagen könne er als Nichtjurist nur schwer einschätzen. „Mein Rechtsempfinden sagt mir, dass Diskriminierung rein aufgrund des Geschlechts grundsätzlich unrecht ist.“

Mehr Plätze für Frauen

Durch die „gendergerechte“ Auswertung haben Frauen mehr Studienplätze erhalten als ihnen rein nach der Punktezahl zugestanden wären. Das funktionierte mittels einer nach Geschlechtern getrennten Auswertung: Dadurch konnten Frauen trotz identer bzw. sogar niedrigerer Punktezahl einen höheren Testwert als Männer aufweisen - und deshalb einen Studienplatz bekommen.

Die Regelung wurde eingeführt, weil sich bisher stets mehr Frauen als Männer beworben hatten, der Anteil an zum Studium zugelassenen Frauen aber deutlich darunter lag. Heuer waren die Werte mit einem Frauenanteil von je 56 Prozent sowohl bei Bewerbern als auch Aufgenommenen aufgrund der Auswertungsmethode erstmals gleich.

Ministerium und Medizinuni einigten sich nach einer Beschwerde der HochschülerInnenschaft (ÖH) der Uni vor rund zwei Wochen auf einen Kompromiss. Demnach werden heuer mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums 60 zusätzliche Anfängerstudienplätze an der Universität geschaffen, um die beim Test Benachteiligten doch noch zum Zug kommen zu lassen - allerdings werden auch die Zusatzplätze „genderspezifisch“ vergeben.

Student klagt wegen Wiener MedUni-Test

Wegen Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes hat ein Student Klage beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Es geht um die „diskriminierende“ Auswertung des Aufnahmetests an der Medizinuni Wien - auch für Wissenschaftsminister Töchterle „nicht fair“.

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