40 Tote bei Autobombenattentat in Aleppo

In der syrischen Stadt Aleppo sind heute 40 Menschen ums Leben gekommen, als kurz hintereinander vier Autobomben explodierten. 90 Menschen seien verletzt worden, meldete die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter weiter.

Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder von Leichen und zerstörten Gebäuden. Staatsmedien und Opposition berichteten übereinstimmend, die ersten drei Sprengsätze seien vor dem Offiziersclub auf dem Saadallah-al-Dschabir-Platz explodiert. Die vierte Autobombe ging den Angaben zufolge in der Nähe der Handelskammer in die Luft. Aktivisten meldeten, unter den Toten seien zahlreiche Angehörige der Regierungstruppen. Auch ein Hotel sei in Mitleidenschaft gezogen worden.

An dem Platz im Zentrum der seit Monaten heftig umkämpften Stadt befinden sich auch zahlreiche Regierungsgebäude, die aber sämtlich geschlossen waren, wie ein Reporter der französischen Nachrichtenagentur AFP berichtete. Er zählte an Ort und Stelle mehrere Verletzte. Das syrische Staatsfernsehen berichtete von „drei terroristischen Anschlägen“.

Brahimi startet neue Vermittlungsmission

Nach seinen Gesprächen auf der UNO-Generalversammlung in New York will der Syrien-Sondergesandte, Lakhdar Brahimi, noch in dieser Woche in die Krisenregion zurückkehren. Brahimi werde in die Region reisen und versuchen, in Syrien einen Weg zum politischen Dialog zu ebnen, sagte der stellvertretende UNO-Generalsekretär, Jan Eliasson, gestern in New York.

Brahimis Ziel seien politische Verhandlungen zwischen der Führung um Präsident Baschar al-Assad und den Rebellen, sagte Eliasson. Den Anfang soll demnach die syrische Führung mit einer Einstellung der Luftangriffe machen. Dieser Schritt müsse von einer „Reduzierung der Gewalt im anderen Lager“ beantwortet werden. So könnten „im besten Fall“ ein Waffenstillstand und eine Rückkehr zum politischen Dialog erreicht werden, sagte Eliasson.

Brahimi wolle zudem von der kommenden Woche an von Kairo aus arbeiten, um näher an den Entwicklungen der Region zu sein. So könne Brahimi auch enger mit den „Kollegen“ in Ägypten zusammenarbeiten, sagte Eliasson.