Clinton: Vorwürfe zu Angriff auf US-Konsulat in Libyen klären

US-Außenministerin Hillary Clinton will die Umstände des Angriffs auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi, bei dem am 11. September vier US-Diplomaten getötet wurden, untersuchen lassen.

Es solle „vollständig und genau“ herausgefunden werden, was geschehen sei, „um zu verhindern, dass es sich wiederholt“, schrieb Clinton in einer gestern veröffentlichten Antwort an den republikanischen Abgeordneten, Darell Issa. Das kalifornische Mitglied des Repräsentantenhauses hatte zuvor den Vorwurf erhoben, die US-Regierung habe das Konsulat trotz Warnungen nicht ausreichend geschützt.

„Viele Verantwortliche der Regierung haben bestätigt, dass die diplomatische Vertretung der USA in Libyen vor der Attacke vom 11. September wiederholt eine Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen in Bengasi forderte“, schrieb Issa. „Aber Washington ist auf diese Forderung nach zusätzlichen Maßnahmen nicht eingegangen“, fügte er hinzu.

Am 10. Oktober soll das Repräsentantenhaus auf Antrag Issas über das Thema beraten. Clinton sagte Issa ihre Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Vorwürfe zu.

Reaktion auf Mohammed-Video

Bei dem Angriff auf das Konsulat in Bengasi waren der US-Botschafter Chris Stevens und drei seiner Mitarbeiter getötet worden. Die Attacke galt als Reaktion auf das in den USA produzierte islamfeindliche Video „Die Unschuld der Muslime“.

Der Film löste in zahlreichen muslimischen Ländern Proteste aus, die teils in gewaltsamen Auseinandersetzungen endeten. Die US-Regierung gab bisher verschiedene Erklärungen zu dem Vorfall in Bengasi ab. Verteidigungsminister Leon Panetta und Clinton sprachen Ende September von einem „Terroranschlag“.

Moskau verbietet Mohammed-Video

Der umstrittene islamfeindliche Film „Die Unschuld der Muslime“ kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach einigen - vorwiegend islamischen - Ländern hat auch Russland die Ausstrahlung des Films landesweit untersagt, zuvor wurde er von einem Moskauer Gericht als extremistisch eingestuft. Ein auf YouTube gezeigter Auszug des amerikanischen Films hatte Mitte September in der islamischen Welt ein Welle gewaltsamer Proteste ausgelöst.

Die russischen Behörden begründen das Verbot damit, dass der Film religiöse Gefühle von Gläubigen beleidige. Menschen- und Bürgerrechtler protestieren. Sie befürchten einen weiteren Angriff auf die Meinungsfreiheit in Russland.

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