Ethikunterrichtet: Einführung kostet 25 bis 90 Mio. Euro pro Jahr

Die Einführung eines Fachs Ethik in der Sekundarstufe II (AHS-Oberstufe, Berufsbildende mittlere und höhere Schulen, BMHS) würde je nach Modell zwischen 25 und 90 Mio. Euro pro Jahr zusätzlich kosten. Das zeigen Modellrechnungen des Unterrichtsministeriums zu drei Varianten eines Schulfachs Ethik, die gestern an das Parlament übermittelt wurden. Die Kosten für die Ausbildung und Lehrmaterial sind in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt.

Der Bericht soll Grundlage für eine Diskussion des Themas auf breiter parlamentarischer und gesellschaftlicher Basis über den Kreis der Regierungsparteien hinaus sein, heißt es in einer Aussendung des Unterrichtsministerium. Die drei Modelle sollen dabei verschiedene Possitionen bei der parlamentarischen Enquete im Frühjahr 2011 abbilden.

Muslime nur für Alternativfach Ethik

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) sprach sich für das von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) erarbeitete Konzept aus, wonach Schüler, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, zum Besuch von Ethikunterricht verpflichtet werden. Ethikunterricht dürfe kein Ersatz des konfessionellen Religionsunterrichts sein und nicht zu dessen Schwächung führen, betonte die IGGiÖ.

Religionsunterricht an Österreichs Schulen sei unabhängig von der Konfession ein wichtiges Mittel zur Identitätsfindung, und das Wissen über eigene und andere Religionen und Weltanschauungskonzepte bilde die Grundlage für ein respektvolles Miteinander. „Daher sollen alle Schülerinnen und Schüler, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, die Möglichkeit bekommen, diese durch den Ethikunterricht vermittelt zu bekommen“, heißt es in der Aussendung.