Themenüberblick

Emotionales Schlusswort

Nach den Plädoyers im Birnbacher-Prozess nutzte Ex-ÖVP-Obmann Josef Martinz am späten Montagnachmittag sein Schlusswort dazu, um noch einmal darzulegen, worum es beim Hypo-Verkauf gegangen sei. Er sei als Politiker aber quasi „der ideale Sündenbock“ in der politischen Landschaft. Ohne ihn hätte es dieses gute Geschäft für Kärnten „nie gegeben“.

Es habe jetzt wochenlange Vorverurteilungen gegeben, die ein Bild gezeichnet hätten, das verlange, „der Martinz muss hängen“, beklagte der Ex-Politiker. Im Hinblick auf seine Rolle in der eigentlichen Causa erklärte er, er habe den Fachleuten vertraut und nicht den geringsten Zweifel an „einem renommierten Wirtschaftsprüfer und Freund“ - gemeint der Steuerberater Dietrich Birnbacher als zentrale Figur in der Causa - gehabt.

„Depperte Parteienförderung“

Es sei ein „schrecklicher Fehler“ gewesen, bei Birnbacher um eine Parteienförderung anzuklopfen - darüber hinaus habe es aber kein Gespräch zu diesem Thema mehr gegeben, meinte Martinz und erklärte in Richtung des Staatsanwalts: „Wo ist der Tatplan, wo ist das große Komplott?“ Es war nirgends für ihn erkennbar, dass etwas nicht in Ordnung gewesen wäre. Die „depperte Parteienförderung“ sei ein Fehler gewesen.

Zum Dank hätten ihn die „eigenen Leute“ als erstes fallenlassen, zeigte sich Martinz verbittert. Er sei mit sich im Reinen, habe nichts mehr aufzuklären und „bitte um die Würdigung der Standpunkte - losgelöst von der medialen Vorverurteilung -, ich bitte um einen Freispruch“. Weniger emotional fielen die Schlussworte der beiden Landesholding-Vorstände Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander aus. Sie hatten sich zuvor den Ausführungen ihrer Anwälte angeschlossen und auf nicht schuldig plädiert.

Birnbachers Bitte um „mildes Urteil“

Birnbacher erklärte, er habe versucht, mit seinen Geständnissen einen Beitrag zu einer umfassenden Aufklärung zu leisten. Mit seinem zweiten Geständnis „wollte ich, dass der Versuch vereitelt wird, den wahren Sachverhalt weiter zu verschleiern“. Damals habe er sich nicht als Werkzeug gefühlt, jetzt wisse er, dass er als Werkzeug benutzt worden sei. Er bereue es, bei diesem Spiel mitgemacht zu haben und ersuche um ein „angemessenes und mildes Urteil“.

Links: