RH-Rohbericht kritisiert PR im Lebensministerium

Im Vorfeld der Aussage von Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) im Korruptions-U-Ausschuss rückt die Öffentlichkeitsarbeit seines Ressorts ins Blickfeld. Die „Presse“ schreibt laut Vorausmeldung in ihrer Montag-Ausgabe von einem Rohbericht des Rechnungshofs (RH), in welchem die Prüfer einiges an der Inseratepraxis des Ministeriums zu beanstanden hätten. Berlakovichs Büro verwies gegenüber der Zeitung auf die dreimonatige Frist zur Stellungnahme.

Die Inseratenvergabepraxis der Regierungen seit 2000 sind Beweisthema 5 des U-Ausschusses, und zu diesem wird Berlakovich am Dienstag im Parlament befragt. Für die PR-Strategien des Landwirtschaftsministeriums von 2006 bis 2011 interessierte sich laut „Presse“ der Rechnungshof. Und kommt der Zeitung zufolge im - nicht öffentlichen - Rohbericht zum Schluss, dass das Ressort in dieser Zeit 29,73 Millionen Euro für Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben habe - wobei Berlakovich ab 2008 Minister war, davor war es Josef Pröll.

Viele Inserate in Kleinmedien

13,01 Millionen davon seien an Printmedien gegangen, rechnet die „Presse“ vor, wobei der RH moniere, dass teils Medien „mit untergeordneter oder nicht bekannter Reichweite“ profitierten. Etwa die „Österreichische Bauernzeitung“, an der wiederum der ÖVP-Bauernbund beteiligt ist. Bereits Anfang des Jahres hatte eine parlamentarische Anfragebeantwortung ein ähnliches Bild gezeichnet.

Der RH moniere überdies, dass im Jahr 2010 bei 94 Prozent der Schaltungen Fotos des Ministers abgedruckt worden seien. Kritik übten die Prüfer weiters am Zukauf externer Beratungsleistungen sowie an den Kosten für den Relaunch der Homepage des Ministeriums.