Schlacht um Aleppo zerstört historische Gebäude

Zum sinnlosen Töten in Syrien gesellt sich jetzt auch die wahllose Zerstörung seines Kulturerbes. Im mittelalterlichen Basar der seit Tagen schwer umkämpften Stadt Aleppo gerieten jetzt mehrere Gebäude in Brand.

Erst wenige Tage zuvor hatten Archäologen die Folgen eines Artillerieangriffs auf eine osmanische Moschee in der Stadt beklagt. In einem von ihnen veröffentlichten Video ist die zerstörte Kuppel der Ibrahimija-Moschee zu sehen. Die Altstadt von Aleppo steht auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Hunderte Tote am Wochenende

Die Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den Rebellen gingen am Wochenende unvermindert weiter. Nach Angaben beider Seiten starben mehr als 200 Menschen. In einem Dorf der Provinz Homs sollen Regimegegner am Sonntag 17 Menschen getötet haben. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

In einem Internetforum von Unterstützern von Präsident Baschar al-Assad hieß es dazu: „Die verbrecherischen Hunde der Muslimbruderschaft haben das Dorf Al-Haidarije im Umland von Al-Kusair und die dortigen Volkskomitees angegriffen.“ Die sogenannten Volkskomitees sind paramilitärische regimetreue Bürgerwehren.

Vorwürfe und Gegenvorwürfe

Die Regimegegner schwiegen zunächst zu dem Sana-Bericht. Sie berichteten ihrerseits, die Regierungstruppen hätten heute landesweit 36 Menschen getötet. Die meisten von ihnen seien in Damaskus und Umgebung ums Leben gekommen. Am Vortag sollen mehr als 160 Menschen getötet worden sein.

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete einen Anschlag von Regimegegnern auf ein Zentrum der Sicherheitskräfte in der Kurden-Stadt Kamischli. Durch die Explosion der Autobombe seien acht Angehörige der Regierungstruppen getötet und 15 Menschen verletzt worden.