„Spiegel“: Berlin und Paris einig bei Fusion EADS und BAE

Deutschland und Frankreich haben sich laut einem Bericht des „Spiegels“ auf eine gemeinsame Strategie bei der geplanten Fusion der Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und BAE geeinigt. Beide Regierungen wollten jeweils neun Prozent an dem neuen Konzern halten, berichtete das Magazin heute vorab unter Berufung auf Spitzenbeamte. Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin wollte das nicht kommentieren. Die Regierungen seien weiter im Gespräch und prüften alle relevanten Fragen, sagte eine Sprecherin.

Deutschland und Frankreich würden diese Woche mit der gemeinsamen Position in Verhandlungen mit der britischen Regierung eintreten, zitierte der „Spiegel“ die Spitzenbeamten weiter. Deutschland müsste dafür über die staatliche KfW-Bank EADS-Aktien vom bisherigen Anteilseigner Daimler erwerben. Entsprechende Mittel seien im Bundeshaushalt schon bereitgestellt, berichtete das Magazin.

Zunehmende Bedenken gegen Fusion

Im Parlament gibt es laut „Spiegel“ zunehmende Bedenken gegen die Fusion: „Die Unterstützerfront bröckelt“, zitierte das Blatt einen Abgeordneten der Regierungskoalition. Es fehlten konkrete Zusagen über den Erhalt deutscher Standorte. Deutschland wolle einen von drei Hauptsitzen des neuen Konzerns, und zwar „einen, der mehr ist als nur ein Klingelschild an der Tür“.

EADS und BAE Systems hatten Mitte September bekanntgegeben, über eine Fusion zu verhandeln. Der neue Konzern wäre das größte Rüstungsunternehmen der Welt und deutlich größer als der US-Konkurrent Boeing. Deutschland, Frankreich und Großbritannien müssen der Fusion zustimmen. EADS beschäftigt hierzulande rund 50.000 Mitarbeiter an 29 Standorten.