Berlusconi sorgt mit anti-deutschen Aussagen für Wirbel

Der italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi sorgt mit anti-deutschen Aussagen wieder für Spannungen mit Berlin. Ein Austritt Deutschlands aus dem Euro wäre nach Ansicht des Medienzaren „keine Tragödie“. Im Gegenteil sei das eine von zwei Möglichkeiten, den Euro-Staaten bei der Krisenbewältigung zu helfen, sagte der Ex-Ministerpräsident nach Angaben italienischer Medien. Deutschland sei „ein Hegemonialstaat, kein solidarisches Land“.

Die zweite Antwort auf die Euro-Krise wäre Berlusconi zufolge, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) die Staaten nach dem Vorbild der USA unbegrenzt mit Geld versorgen könnte. Das werde jedoch von der deutschen Angst vor Inflation verhindert. Der Ex-Ministerpräsident kritisierte Deutschland, das seiner Ansicht nach für die aktuelle Sparpolitik in Europa verantwortlich sei. Diese schaffe „ein Klima der Unsicherheit und der Angst“, das „uns immer weiter verarmen lässt angesichts einer Krise, deren Ende nicht abzusehen ist“.

„Eine Schande“

Berlin reagierte kritisch auf Berlusconis Worte. „Einfach zu behaupten, dass Deutschlands Austritt aus der Euro-Zone kein Drama wäre, ist absurd“, reagierte Steffen Seibert, Sprecher der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der neue deutsche Botschafter in Italien, Reinhard Schäfers, meinte, dass Deutschlands Austritt aus dem Euro-Raum eine „Tragödie für uns alle“ wäre.

Kritik muss Berlusconi auch in seiner Heimat hinnehmen. „Berlusconis Aussagen sind eine Schande“, kommentierte der Parlamentarier der Mitte-links-Gruppierung Demokratische Partei (PD), Michele Ventura. Es sei begreiflich, dass man sich im Ausland Sorgen wegen einer möglichen Rückkehr Berlusconis als Mitte-rechts-Premierkandidat bei den Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr mache.