„Bild“: Steinbrück wird SPD-Kanzlerkandidat

Der deutsche Ex-Finanzminister Peer Steinbrück wird aller Voraussicht nach SPD-Kanzlerkandidat. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier steht laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa von heute dafür nicht zur Verfügung.

Aus der SPD war zunächst keine Bestätigung zu erhalten. Dem Vernehmen nach trifft es aber zu, dass Steinmeier inzwischen SPD-Chef Sigmar Gabriel seine Entscheidung mitgeteilt hat.

In den vergangenen Tagen hatte vor allem in den SPD-Landesverbänden der Druck spürbar zugenommen, die Entscheidung vorzuziehen. Nachdem jetzt der Verzicht Steinmeiers bekanntwurde, änderte Gabriel wohl den Zeitplan.

Gabriel sagte seine Teilnahme am Kommunalkongress der bayrischen SPD-Landtagsfraktion in München heute kurzfristig ab. Laut dem „Bild“-Bericht wollte Gabriel dem SPD-Vorstand zuvor noch am Montag in einer Sondersitzung Steinbrück als Kandidaten vorschlagen.

Beck will zurücktreten

Personalrochaden gibt es offenbar auch auf Länderebene. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) will laut SWR-Informationen heute Abend seinen Rücktritt ankündigen. Beck wolle seine Ämter als Regierungschef und Parteivorsitzender abgeben, berichtete der SWR unter Berufung auf zuverlässige Quellen.

Beck steht seit Wochen wegen der Pleite am Nürburgring unter erheblichem Druck. Der Regierungschef entschuldigte sich zwar für Fehler in Zusammenhang mit dem Bau eines Freizeitparks an der Formel-1-Rennstrecke in der Eifel, lehnte einen Rücktritt aber bisher ab. Seine Nachfolge könnte laut SWR aufgeteilt werden. Beste Chancen werden demnach Innenminister Roger Lewentz und Sozialministerin Malu Dreyer eingeräumt.