Zu wenige Gebote für Goebbels’ Liebesbriefe bei Auktion

Liebesbriefe und andere persönliche Dokumente von Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels haben in den USA keinen Käufer gefunden. „Der Schätzpreis von 200.000 bis 300.000 Dollar wurde leider nicht erreicht, da hat der Besitzer zurückgezogen“, sagte Andreas Kornfeld vom Auktionshaus Alexander Autographs in Stamford, nördlich von New York, gestern der deutschen Nachrichtenagentur dpa.

Das Höchstgebot sei bei etwa 130.000 Dollar (gut 100.000 Euro) gelegen. Die etwa 100 Jahre alten Briefe waren ein Höhepunkt einer zweitägigen Auktion. Mit dabei waren auch Gedichte und sogar Schulzeugnisse von Goebbels. Alle seien vor 1924 entstanden, also bevor Goebbels Mitglied der Nationalsozialisten wurde. Der berüchtigte Scharfmacher hatte sich 1945 das Leben genommen, als die Russen schon in Berlin standen.

Zu den Goebbels-Dokumenten sagte Auktionator Bill Panagopulos: „Viele sind über prägende Jahre der späteren Nummer zwei des Nazireichs. Sie zeigen, wie dieser einfache, scheue und verliebte Student sich in einen Radikalen verwandeln konnte.“

„Geschäft mit Nazisouvenirs“

Das Auktionshaus bot Hunderte Memorabilia an, vor allem Autogramme aller Art: Von Dutzenden US-Präsidenten, Astronaut Neil Armstrong, den Beatles und Albert Einstein, auf Platten, Fotos oder gar Servietten. Auch ein Autogramm von Adolf Hitler (1.800 Dollar) war dabei.

Scharfen Protest gab es von jüdischen Organisationen. „Dem Auktionshaus geht es nur um das Geschäft mit den Nazisouvenirs“, sagte Menachem Rosensaft von einer Organisation von Holocaust-Überlebenden. „Juristisch haben sie ohne Frage das Recht, aus solch einem Verkauf Profit zu schlagen. Andere mögen letztlich entscheiden, ob sie auch das moralische Recht dazu haben.“