Ungarn ersucht um Informationen zu Mensdorff-Pouilly

Die ungarische Staatsanwaltschaft hat die Behörden in Österreich in Zusammenhang mit einem Abfangjägergeschäft (Saab Gripen) laut einem ungarischen Radiobericht um Auskunft über eine Anklage gegen den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly ersucht.

Es gehe dabei um den Vorwurf, dass es in Zusammenhang mit geplanten Käufen von Abfangjägern des Typs Gripen durch Ungarn zu Bestechungszahlungen gekommen sein könnte, berichtete das ungarische Klubradio gestern Abend.

Man habe keine Informationen über die österreichische Anklageschrift gegen Mensdorff-Pouilly, deshalb habe man die österreichischen Behörden um Auskunft ersucht, sagte Pal Sinku von der ungarischen Generalstaatsanwaltschaft im Klubradio.

Erhebungen in mehreren Ländern

Bisher wird in vier Ländern - Schweden, Österreich, Großbritannien und Tschechien - ermittelt. In Schweden soll eine ungarische Spur entdeckt worden sein. Ungarn hätte sich an Schweden gewandt, doch keine Information erhalten, betonte Sinku.

Laut dem Radiobericht hatte der zuständige österreichische Staatsanwalt erklärt, es gebe in dem Mensdorff-Pouilly-Fall keine Verbindung nach Ungarn - oder zu einem ungarischen Bürger -, die auf eine Straftat hinweisen würde.

Die ungarische Oppositionspartei Demokratische Koalition (DK) hatte heute den ungarischen Generalstaatsanwalt Peter Polt aufgefordert, eine Untersuchung hinsichtlich der Vorwürfe der Zahlung von „Schmiergeldern“ bei der Beschaffung der Gripen-Flugzeuge einzuleiten.