Draghi verteidigt in Berlin Krisenkurs der EZB

Nach massiver Kritik an seinem Kurs in der Euro-Schuldenkrise geht der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, in die Offensive. Vor Industriemanagern in Berlin verteidigte er den in Deutschland stark umstrittenen Plan der EZB, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen aus Krisenländern wie Spanien und Italien aufzukaufen.

„Wir sehen auch jetzt schon sehr positive Zeichen. Das zeigt, dass die Investoren im Grunde Vertrauen haben in die Richtung, die wir eingeschlagen haben“, sagte Draghi gestern anlässlich des Tags der deutschen Industrie des Wirtschaftsverbandes BDI. „Das größte Risiko ist nicht das Handeln, sondern das Nichthandeln. Und wir haben gehandelt.“

Anhaltende Bedenken der Bundesbank

Zuvor hatte sich Draghi mit der deutschen Bundeskanzlerin, Angela Merkel, getroffen. Kritik an Anleihekäufen kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann, dem Merkel wiederholt Rückendeckung zugesagt hatte. Weidmann befürchtet eine durch die EU-Verträge verbotene Staatsfinanzierung durch die Notenbank und steigende Inflation.

Diese Befürchtungen versuchte Draghi zu zerstreuen: „Wir sind unserem Mandat verpflichtet, das ist Geldstabilität.“ Es würden keine überschuldeten Staaten und deren Regierungen finanziert. „Wir werden Sie nicht enttäuschen“, sagte der EZB-Chef.