Lagarde hofft auf „Wendepunkt“ durch EZB-Anleihekäufe

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, setzt große Hoffnungen in den geplanten Ankauf von Anleihen aus Krisenstaaten durch die Europäische Zentralbank (EZB). Das Programm sei ein „Wendepunkt“ im Kampf gegen die Euro-Krise, sagte Lagarde gestern in Washington.

Lagarde forderte die Schaffung einer Bankenunion in der Euro-Zone mit einer einheitlichen Aufsichtsbehörde sowie einer direkten Rekapitalisierung angeschlagener Geldhäuser. Das könne den „Teufelskreis“ zwischen verschuldeten Banken und überschuldeten Staaten durchbrechen, sagte sie.

Die IWF-Chefin zeigte sich besorgt über die Haushaltslage in Griechenland. Um die Löcher zu stopfen, seien „eine Reihe von Einschnitten und neuen Einnahmen“ nötig, sagte sie. Die Probleme seien durch den „enormen Rückstand“ bei den Privatisierungen und schwache Steuereinnahmen verschärft worden.

Laut einem Bericht des Magazins „Spiegel“ ist das Haushaltsdefizit in Griechenland weit größer als bisher bekannt. Athen fehlen nach vorläufigen Erkenntnissen der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF zufolge derzeit rund 20 Milliarden Euro - fast doppelt so viel wie zuletzt angegeben. Die Schließung der Finanzierungslücke ist Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Kredite. Wann der ursprünglich für September erwartete Bericht der Troika über die Umsetzung der Maßnahmen durch Athen vorliegen wird, ist noch unklar.