Ruanda-Völkermord: Prozess gegen Drahtzieher in Oslo

Vor einem Gericht in der norwegischen Hauptstadt Oslo beginnt heute der Prozess gegen einen mutmaßlichen Verantwortlichen für den Völkermord in Ruanda vor 18 Jahren.

Dem aus dem ostafrikanischen Land stammenden 47-jährigen Sadi Bugingo werden Mord und Beihilfe zum Mord zur Last gelegt. Er wird verdächtigt, für den Mord an Mitgliedern der Tutsi-Volksgruppe in der Präfektur Kibungo sowie in anderen Landesteilen verantwortlich zu sein.

Bugingo wurde im Mai 2011 in Norwegen festgenommen. In Ruanda waren im Jahr 1994 nach UNO-Angaben mindestens 800.000 Menschen von ihren Landsleuten getötet worden. Bei den Opfern handelte es sich vor allem um Angehörige der Tutsi-Minderheit und gemäßigte Mitglieder der Hutu-Volksgruppe.