Athen: Parlamentspräsident lässt Amt ruhen

Der griechische Parlamentspräsident Evangelos Meimarakis lässt sein Amt wegen Korruptionsvorwürfen vorübergehend ruhen. Der Politiker werde „seine Stellvertreter einberufen und sie bitten, ihn zeitweise zu vertreten, bis der Untersuchungsbericht fertiggestellt ist“, teilte das Büro des Parlamentspräsidenten gestern mit.

Die Zeitung „Real News“ hatte dem Vertreter der konservativen Partei Nea Dimokratia von Ministerpräsident Antonis Samaras Geldwäsche bei Immobiliengeschäften vorgeworfen. Meimarakis und zwei weitere frühere Minister wiesen die Vorwürfe zurück. Dem Bericht zufolge wuschen sie und mehrere andere Politiker von 2005 bis 2008 insgesamt mehrere Milliarden Euro durch ihre Geschäfte.

Neben Meimarakis, der früher Verteidigungsminister war, wurde unter anderen der ehemalige Minister Georgios Voulgarakis genannt, der 2008 wegen der Verwicklung seiner Frau in einen umstrittenen Landtausch zwischen dem Staat und einem einflussreichen orthodoxen Kloster zurückgetreten war.