Georgien: Neue mutmaßliche Folteropfer melden sich zu Wort

Vor der Parlamentswahl in der Südkaukasusrepublik Georgien spitzt sich der Machtkampf der Lager um Präsident Michail Saakaschwili und Oppositionsführer Bidsina Iwanischwili zu. In dem vor einer Woche mit Videos enthüllten Folterskandal in georgischen Gefängnissen meldeten sich neue mutmaßliche Opfer zu Wort.

Mehrere Häftlinge des Kansker Straflagers - rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Tiflis entfernt - behaupteten, sie seien ebenfalls von Wärtern geschlagen und gefoltert worden, berichteten Medien heute. Staatschef Saakaschwili sprach vor der Wahl am 1. Oktober von einem Komplott gegen sein Land.

„Besenrevolution“ geht weiter

Die regierungskritische Wochenzeitschrift „Liberali“ veröffentlichte auf ihrer Titelseite ein Bild von Demonstranten, die Reisigbesen gegen den „Terror in den Gefängnissen“ verbrennen. Die Besen stehen symbolhaft für Gewalt, weil damit Häftlinge geprügelt und mit den Stielen vergewaltigt worden seien.

In der Republik am Schwarzen Meer macht deshalb seit Tagen das Wort von einer „Besenrevolution“ die Runde, die Saakaschwili aus dem Amt fegen soll. Die Proteste dauerten an.