Spanien hat es mit Hilfsantrag „nicht eilig“

Spanien wird nach Worten von Wirtschaftsminister Luis de Guindos keinen voreiligen Hilfsantrag zur Finanzierung seiner Schulden stellen. Spanien werde alles Nötige tun, habe dabei aber keine Eile, antwortete De Guindos gestern auf die Frage, ob die Regierung in den kommenden Tagen einen solchen Antrag stellen werde.

Trotz zuletzt sinkender Risikoaufschläge auf spanische Staatsanleihen rechnen die Finanzmärkte damit, dass das Land bald ein komplettes Hilfsprogramm seiner Euro-Partner über den Rettungsschirm ESM beantragen könnte und im Gegenzug dafür seine Sparbemühungen verstärken muss.

Budgepräsentation steht an

De Guindos erklärte weiter, die Sparanstrengungen hätten weiter eine hohe Priorität für die Regierung, die in der kommenden Woche den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr, neue Reformpläne sowie die Ergebnisse eines Bankenstresstests vorlegen wird. De Guindos sagte außerdem, die Banken des Landes benötigten wohl - wie zuvor veranschlagt - rund 60 Milliarden Euro.

Die Regierung hat sich für den maroden Bankensektor von den Euro-Staaten bereits eine Kreditzusage von 100 Milliarden Euro gesichert, schreckt aber bisher vor einem vollen Hilfsantrag zurück. Es sei nicht möglich, das Geld aus den Krediten für die Banken für andere Zwecke umzuleiten, ergänzte der Wirtschaftsminister.