Inselstreit: Erstmals auch Proteste gegen China in Japan

Nach tagelangen antijapanischen Protesten in China hat es gestern erstmals in Japan Demonstrationen gegen Peking gegeben. Rund 800 Menschen zogen in der Hauptstadt Tokio mit japanischen Fahnen in den Händen friedlich zu dem schicken Viertel Roppongi, das unweit der chinesischen Botschaft liegt.

Vor dem Hintergrund des Territorialstreits um eine Inselgruppe und die teils gewalttätigen Proteste gegen Japan kritisierten sie China als „brutalen und faschistischen Staat“. Viele riefen: „Wir werden den militärischen Drohungen Chinas nicht nachgeben.“

Öl- und Gasvorkommen vermutet

Hintergrund ist der Streit zwischen Peking und Tokio um eine unbewohnte Inselgruppe nördlich von Taiwan. Das in China als Diaoyu und in Japan als Senkaku bekannte Archipel ist von strategisch wichtiger Bedeutung, zudem werden unter dem Meeresboden Öl- und Gasvorkommen vermutet. Vier der fünf Inseln waren bisher in japanischem Privatbesitz, eine gehört der Stadt Tokio. Die Ankündigung der japanischen Regierung, drei der Inseln zu kaufen, stieß in China auf Kritik und löste heftige Proteste aus.

Zehntausende Menschen demonstrierten in den vergangenen Tagen in China gegen Japan, viele zogen vor die dortige Botschaft, warfen Eier auf das Gebäude und riefen japanfeindliche Parolen. Die Demonstrationen richteten sich auch gegen japanische Firmen - so waren die Autobauer Toyota, Nissan und Honda sowie die Konzerne Panasonic und Sony gezwungen, ihre Produktion teilweise oder ganz einzustellen.