Apple „borgt“ sich Design der Schweizer Bahnhofsuhren

Der US-Elektronikriese Apple hat bei der neuesten Software für iPhone und iPad ohne Zustimmung das berühmte Bahnhofsuhrendesign der Schweizer Bundesbahnen (SBB) übernommen. „Es gibt bislang keine Vereinbarung, wir werden darüber sprechen“, sagte SBB-Sprecherin Patricia Claivaz gestern.

Die SBB-Anwälte hätten dazu bereits ein Treffen mit Vertretern des Elektronikherstellers angefordert, erklärte Claivaz. Das Uhrendesign, das 1944 vom Schweizer Ingenieur Hans Hilfiker entworfen wurde und noch immer auf Schweizer Bahnhöfen verwendet wird, erscheint im Betriebssystem iOS 6. Dieses kommt auf dem neuen iPhone 5 zum Einsatz und kann auch auf älteren Geräten installiert werden.

Muss Apple Schadenersatz zahlen?

Claivaz wies allerdings Medienberichte als „Spekulation“ zurück, wonach die Eisenbahngesellschaft Schadenersatz wolle. Es gehe vielmehr darum, festzulegen, unter welchen Bedingungen das Design verwendet werden könne. Eigentlich seien die SBB auch „ziemlich stolz“, dass eine „so wichtige Marke wie Apple unser Design verwendet“, sagte Claivaz.

Das „geborgte“ Design ist nicht das erste Problem mit iOS 6: Apple hat auch großen Ärger wegen seiner neuen, eigenen Karten-App. Immer mehr Nutzer aus der ganzen Welt berichten von falsch platzierten Orten, verzerrten Bildern und gänzlich fehlenden Informationen. Auch für Österreich werden reihenweise falsche Angaben gemacht. Apple versucht zu beruhigen und erklärte, dass der Dienst mit steigender Nutzung besser werde. Apples Image leidet allerdings bereits erheblich.

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