Troika-Bericht zu Athen erst nach US-Wahl?

Der über weitere Hilfszahlungen entscheidende Bericht zur wirtschaftlichen Lage Griechenlands wird EU-Diplomaten zufolge erst nach der US-Wahl am 6. November vorgelegt. Das berichtete gestern die Nachrichtenagentur Reuters.

Die EU wolle jeden Schock für die Weltwirtschaft vor der Entscheidung über eine Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama vermeiden, sagten EU-Vertreter und Diplomaten der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Regierung Obama will nichts Makroökonomisches haben, das die Weltwirtschaft vor dem 6. November schockieren kann“, sagte ein hochrangiger EU-Vertreter.

Der EU-Vertreter der in Athen anwesenden Verhandlergruppe, Matthias Mors, dementierte indes, dass die Vorlage des Berichts verschoben werden könnte. Auch ein Mitarbeiter des griechischen Finanzministeriums äußerte sich entsprechend und sagte, ihm sei versichert worden, dass es keine Verzögerung geben werde. Der Bericht wurde bisher für Oktober erwartet.

Troika sieht „gute Fortschritte“

Unterdessen attestierte die „Troika“ aus Experten der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IFW) den Verhandlungen über ein neues Sparpaket in Griechenland „gute Fortschritte“. Die Mission werde nun eine kurze Pause einlegen, hieß es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung der Europäischen Kommission in Brüssel. Nach etwa einer Woche sollten die Verhandlungen in Athen wieder aufgenommen werden.

Allerdings werden einige Experten der Troika in Athen bleiben, um weiter an Detailfragen zu arbeiten, hieß es. Es bleibe das Ziel der Troika-Mission, in den Verhandlungen eine Einigung zu erzielen. Seit Anfang September verhandelt die Troika mit den Parteien der Regierungskoalition in Athen über ein neues Sparprogramm in Griechenland im Volumen von 11,5 Milliarden Euro.