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Soziales Engagement und große Karriere

Elizabeth Taylor wusste um ihre Privilegien: „Mir wurde alles geschenkt - gutes Aussehen, Ruhm, Reichtum, Ehre, Liebe. Ich musste nur um wenige Dinge wirklich kämpfen.“ Die Diva hat jede Sekunde ihres Lebens ausgekostet, nicht immer zu ihrem Besten. Wenige haben die Filmwelt über Jahrzehnte so geprägt wie „die Taylor“, die im März vergangenen Jahres im Alter von 79 Jahren verstarb.

Taylor galt als die letzte Diva des großen alten Hollywood. In ihrer jahrzehntelangen Karriere drehte die Schauspielerin mit den berühmten Samtaugen über 50 Filme. Der Durchbruch gelang Taylor mit dem Film „Lassie Come Home“, in dem sie als Elfjährige zur amerikanischen Ikone wurde. Als einer der wenigen ehemaligen Kinderstars schaffte sie aber den Sprung zum „ausgewachsenen“ Star. Nach zahlreichen Filmen, in denen sie stets das „gute Mädchen von nebenan“ zu spielen hatte, gelang ihr schließlich der Durchbruch ins Charakterfach.

An der Seite von James Dean schrieb sie mit „Giganten“ Filmgeschichte. Für ihn war es der letzte Film, für sie der Beginn einer Weltkarriere. Danach ging es Schlag auf Schlag, fast in jedem der folgenden Jahre war Taylor für den Oscar in der Kategorie „Beste weibliche Hauptrolle“ nominiert, in Filmen wie „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ und „Suddenly Last Summer“.

Filmgeschichte mit „Kleopatra“

1960 schließlich erhielt Taylor die begehrte Auszeichnung für die Darstellung des Callgirls Gloria Wandrous in „Butterfield 8“. Im Jahr 1963 schrieb sie wieder Filmgeschichte. In „Kleopatra“ spielte sie um die damals sagenhafte Gage von einer Million US-Dollar die Titelrolle. Damit war sie der erste weibliche Star, der diese „finanzielle Schallmauer“ durchbrochen hatte.

Elizabeth Taylor 1999

APA/EPA

Im Jahr 2000 wurde Elizabeth Taylor von Queen Elizabeth II. für ihr soziales Engagement in den Rang einer „Dame“ erhoben.

So glänzend ihre Karriere verlief, so turbulent war ihr Leben. Über Jahrzehnte hinweg sorgte die einst „schönste Frau der Welt“ mit Affären, Starallüren, Alkohol- und Essproblemen immer wieder für Schlagzeilen. Achtmal war Taylor verheiratet - zweimal davon mit ihrem Schauspielkollegen Richard Burton. Die beiden lernten einander bei den Dreharbeiten zu „Kleopatra“ kennen. Der Film floppte zwar spektakulär, legte aber den Grundstein für Taylors stürmische Beziehung zu Burton, die für Taylors Biografen Sam Kashner „die Ehe des Jahrhunderts“ war.

„Wir werden uns niemals trennen“

Die beiden heirateten 1964 und ließen sich 1974 scheiden. Ein Jahr später heirateten sie erneut, 1976 folgte die nächste Scheidung. Burton kommentierte später: „Eigentlich haben wir uns nie getrennt - und wir werden uns niemals trennen.“

Das Auf und Ab der Ehe mit Burton ließ die Diva zur Alkoholikerin werden. Eine Ehe mit dem Politiker John Warner, der den Bundesstaat Virginia im US-Senat vertrat, scheiterte 1982. In den 80er Jahren war Taylor wiederholt auf Entzug in der Betty-Ford-Klinik. Sie überwand ihre Abhängigkeit von Alkohol und Tabletten und wandte sich einem neuen Anliegen zu: dem Kampf gegen die Ausbreitung von Aids. „Ihre bemerkenswerte Filmarbeit, ihr Erfolg als Geschäftsfrau und ihr tapferer und unermüdlicher Kampf gegen Aids machen uns unglaublich stolz“, sagte ihr Sohn.

Von der Queen geadelt

1993 wurde sie für ihr soziales Engagement mit einem Ehrenoscar ausgezeichnet. Im Jahr 2000 wurde sie von der britischen Queen Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben. „Dame Elizabeth“ war britische und amerikanische Staatsbürgerin. Auch mit ihrer konsequenten Unterstützung von Michael Jackson gegen Missbrauchsvorwürfe machte Taylor Schlagzeilen. Im US-Präsidentschaftswahlkampf engagierte sie sich für die demokratische Senatorin von New York, Hillary Clinton. 1995 gab eine sehr intime Biografie - von Taylor heftig, aber vergeblich bekämpft - Einblick in ihr Leben.

Elizabeth Taylor und Richard Burton bei ihrer Hochzeit, 1964

APA/dpa/Bildfunk

Mit ihrer großen Liebe Richard Burton

Lange Krankengeschichte

Im Oktober 2009 war Taylor wegen einer undichten Herzklappe operiert worden. Schon vorher war ihre Gesundheit immer wieder Thema von Spekulationen gewesen. 1995 hatte sie sich einer schweren Hüftoperation unterzogen, zwei Jahre später wurde ihr ein Gehirntumor entfernt. 2006 dementierte die frühere Schauspielerin öffentlich, an Alzheimer erkrankt zu sein. In den letzten Jahren ihres Lebens trat die im Rollstuhl sitzende Taylor selten öffentlich auf.

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