Finanz prüft Mio.-Provision von Ex-Meinl-Manager

Der Wiener Vermögensverwalter Francis Lustig, einst Manager von Kapital & Wert und Cosmos und ab 2002 in Diensten von Meinl European Land bzw. der Meinl Bank, ist mit sieben Steuerstrafverfahren und Ermittlungen wegen des Verdachts auf Untreue konfrontiert, berichtet die Tageszeitung „Der Standard“ (Freitag-Ausgabe).

Es gehe um die Weiterreichung von Meinl-Provision in Höhe von 15 Mio. Euro an zwei liechtensteinische Stiftungen, was die Finanz als missbräuchliche Steuergestaltung sehe. Eigentlich handle es sich um nicht mehr als eine unterschiedliche Rechtsauslegung, so Lustig.

Von Ermittlern „eingeschüchtert“?

Durchleuchtet wird auch Lustigs früherer Kapital-&-Wert- und Meinl-Kollege Johann Mantler. Sie würden von den Ermittlern „kriminalisiert und eingeschüchtert“, weil sie für Meinl gearbeitet hätten, beklagt sich Lustig.

Lustig und Mantler waren im Sommer 2007 aus der MEL ausgeschieden, kurz nachdem große Zertifikatsrückkäufe bekanntgeworden waren, was den tiefen Kurssturz auslöste, der die Affäre ins Rollen brachte. Von den Rückkäufen haben beide nach eigenen Angaben nichts gewusst. Lustig war bis dahin etwa fünf Jahre für die Meinl Bank bzw. MEL tätig.

Jeweils 17 Millionen Steuernachzahlung drohen

Die Finanz, die nach ihrer heutigen Rechtsauffassung die Stiftungen direkt Lustig und Mantler zuordnet, glaubt, dass die Provisionen einen hohen Vermögenszuwachs in Liechtenstein zur Folge gehabt hätten, schreibt die Zeitung. Sollte sich die Ansicht der Behörden durchsetzen, drohe den beiden „eine Steuernachzahlung von je 17 Millionen Euro“.

Ein Bescheid des Finanzamts zu den Stiftungen wurde in der Instanz vom Unabhängigen Finanzsenat (UFS) bestätigt, gegen die Entscheidung zieht Lustig nun vor den Verwaltungsgerichtshof (VwGH). Woher die Staatsanwaltschaft den Verdacht der Untreue leite, sei ohnehin völlig rätselhaft, so Lustig, für den die Unschuldsvermutung gilt. Vermutlich seien es „Repressionen, denen ich nicht nachgeben werde“.