Assad bietet Dialog, verhaftet Oppositionelle

Der syrische Präsident Baschar al-Assad will den blutigen Bürgerkrieg in seinem Land durch Dialog beenden. Gleichzeitig aber lässt er Mitglieder der letzten Oppositionsgruppen, die mit seinem Regime überhaupt noch reden wollen, verhaften.

Assad sagte in einem Interview mit dem ägyptischen Magazin „Al-Ahram al-Arabi“, das heute erschien: „Der Dialog mit der Opposition ist der einzige Weg, um die Krise zu bewältigen.“ Der Wandel dürfe nicht von außen aufgezwungen werden, schon gar nicht durch eine Militärintervention.

Bei Rückkehr aus China verhaftet

Das Nationale Koordinierungskomitee für demokratischen Wandel teilte in der Nacht auf heute mit, Mitglieder des Oppositionsbündnisses seien gestern nach ihrer Rückkehr aus China verhaftet worden. Zwei der Verhafteten hätten als Mitglieder einer Delegation in China mit Vertretern der chinesischen Führung über Auswege aus der aktuellen Krise gesprochen.

Abdelasis al-Chair und Ejas Ajasch seien zusammen mit ihrem Mitstreiter Maher Tahan, der sie mit seinem Auto vom Flughafen abgeholt habe, verschleppt worden. Die Sicherheitskräfte hätten sie an einer Straßensperre 100 Meter vom Flughafen Damaskus entfernt aufgegriffen, sagte ein Aktivist.

UNO sieht „vollwertigen Bürgerkrieg“ in Syrien

Der neu amtierende UNO-Sondergesandte für Syrien, Lakhdar Brahimi, bezeichnete die Situation im Land als „vollwertigen Bürgerkrieg“. Er hatte sich kürzlich bei seinem ersten Besuch in Damaskus selbst ein Bild von der Lage machen können. Brahimi zeigte sich im Interview mit al-Jazeera nicht besonders zuversichtlich, was die weitere Entwicklung in Syrien betrifft: So glaube er nicht daran, dass eine Seite gewinnen werde - weder jetzt noch zu einem späteren Zeitpunkt, wie er betonte.

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