Tschechiens Regierung stoppt Schnapsexport

Die tschechische Regierung hat gestern Abend mit sofortiger Wirkung ein Exportverbot hochprozentiger Alkoholika beschlossen. Gesundheitsminister Leos Heger verkündete die Anordnung. Das Verbot betrifft Getränke mit einem Alkoholgehalt von über 20 Prozent.

Bisher 23 Tote durch gepanschten Alkohol

Das Kabinett zog damit in einer Sondersitzung die Konsequenzen aus dem Skandal um gepanschten Alkohol, der bereits 23 Menschen das Leben gekostet hat. Weitere Dutzende Personen liegen mit Methanolvergiftungen in Krankenhäusern. Auch die EU hatte nachdrücklich ein Exportverbot gefordert. Aus Brüssel verlautete zuvor, sollte die tschechische Regierung den Export nicht selbst verbieten, werde es die EU-Kommission machen.

Verkauf von Spirituosen bereits verboten

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Prager Regierung jeglichen Verkauf von hochprozentigen Alkoholgetränken verboten. Unterdessen plant das Kabinett eine Lockerung bzw. Aufhebung der Maßnahme, allerdings mit der Bedingung, dass die Spirituosen mit einer neuen Steuermarke versehen werden. Der Grund sind Verluste an Steuereinnahmen, die laut Medien täglich 25 Millionen Kronen (etwa eine Million Euro) ausmachen.

Die tschechische Polizei führt seit Tagen Razzien bei illegalen Brennereien durch. Seitdem wurden große Mengen von Rohstoffen zur Produktion des gepanschten Alkohols sowie Hunderte Liter von vergifteten Spirituosen sichergestellt. Mehr als 20 Leute wurden verhaftet.