Metaller fordern fünf Prozent mehr Lohn

Die Herbstlohnrunde ist gestern mit einer kräftigen Gehaltsforderung der Gewerkschaften an die Metallindustrie eingeläutet worden.

Die Produktionsgewerkschaft Pro-Ge und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) fordern von den Arbeitgebervertreten eine Lohnerhöhung von fünf Prozent sowohl für Mindestlöhne als auch für Ist-Löhne. Die erste Lohnrunde startete bereits nach der Übergabe des Forderungskataloges, was ein Novum bei den bisherigen Kollektivvertragsverhandlungen der Metallindustrie ist.

Das Thema Arbeitszeitflexibilisierung wurde von den Arbeitgebern gestern noch nicht angesprochen, die beiden Chefverhandler auf Gewerkschaftsseite - Rainer Wimmer (Pro-Ge) und Karl Proyer (GPA) - rechnen allerdings damit, dass dies noch von der Industrie eingefordert wird. Proyer hielt fest, dass sie dabei auf wenig Gegenliebe der Betriebsräte stoßen werden.

Erstmals getrennte Verhandlungen

Bei den heurigen Kollektivvertragsverhandlungen der Metallindustrie verhandeln erstmals die sechs Fachverbände der Industrie getrennt mit den Arbeitnehmervertretern. Das hatte im Vorfeld zu einer ernsthaften Verstimmung in der Gewerkschaft geführt.

Gestartet wurden die Verhandlungen mit dem Fachverband der Maschinen-und Metallwarenindustrie (FMMI), er vertritt rund 120.000 der insgesamt 180.000 Metaller.

Arbeitnehmer „empört und stinksauer“

Wimmer betonte nach der Forderungsübergabe an die Industrie, dass die Arbeitnehmer nach wie vor „empört und stinksauer“ über die Aufsplittung der Verhandlungen sind. Ziel bleibe es, einen gemeinsamen Kollektivvertrag für alle sechs Fachverbände auszuhandeln. Wimmer erinnerte daran, dass es der Metallindustrie im vergangenen Jahr sehr gut gegangen ist, die Gewinne seien „explodiert“.

Allerdings würde ein Großteil des Gewinns nicht in die Unternehmen investiert, sondern entnommen - unter anderem für satte Managerboni. „Hier muss auch für die Masse der Arbeitnehmer was drinnen sein“, so Wimmer. Er erwartet für heuer die „schwierigsten Verhandlungen seit langem“. Im Vorjahr gab es vier Verhandlungsrunden und einen Warnstreik.