Ägypten ermittelt gegen Macher von Anti-Islam-Film

Die ägyptische Justiz hat wegen des Anti-Islam-Films „Die Unschuld der Muslime“ Ermittlungen gegen sieben in den USA lebende koptische Christen eingeleitet. Diese seien entweder für die Produktion oder die Verbreitung des Videos verantwortlich, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft heute in Kairo. Sie wirft ihnen „Beleidigung der islamischen Religion, Beleidigung des Propheten und Anstachelung zum religiösen Hass“ vor.

Unter den sieben Beschuldigten befindet sich den Angaben zufolge auch Morris Sadek. Dieser hatte als erster eine arabische Übersetzung des umstrittenen Films im Internet veröffentlicht. Nicht genannt wurde hingegen der bei Los Angeles lebende Nakoula Basseley Nakoula, der als Urheber des Films gilt. In dem Video wird der Prophet Mohammed als Frauenheld, Kinderschänder und Mörder dargestellt. Es hat seit vergangener Woche zu schweren Ausschreitungen in der islamischen Welt gegen die USA mit mehr als 30 Toten geführt.

Zwölf Tote bei Anschlag in Kabul

Bei einem mutmaßlichen Vergeltungsanschlag wegen eines islamfeindlichen Schmähvideos hat ein Selbstmordattentäter in Kabul elf Menschen mit in den Tod gerissen, die meisten davon Ausländer. Der Vizepolizeichef der afghanischen Hauptstadt, Mohammad Daud Amin, sagte, bei den Toten handele es sich um neun Südafrikaner und Russen - darunter eine Frau - sowie um deren afghanischen Fahrer.

Der Sprecher der russischen Botschaft, Stepan Anikejew, sagte dagegen, Russen seien bei dem Anschlag nicht betroffen gewesen. Seinen Angaben zufolge starben sieben Südafrikaner, ein Kirgise, ein afghanischer Übersetzer und der einheimische Fahrer.

Vergeltungsanschlag für Mohammed-Video

Die radikal-islamische Hesb-i-Islami (HIG) des früheren Premierministers Gulbuddin Hekmatjar übernahm die Verantwortung für den Anschlag auf der Flughafenstraße. HIG-Sprecher Subair Seddiki sagte in einem Telefongespräch, es habe sich um einen Vergeltungsanschlag für das islamfeindliche Mohammed-Video gehandelt.

Die Attentäterin sei eine 20 Jahre alte Frau namens Fatima aus Kabul gewesen. Frauen verüben in Afghanistan äußerst selten Selbstmordanschläge. Die Polizei bestätigte zunächst nicht, dass es sich um eine Attentäterin gehandelt habe.

Video dazu in iptv.ORF.at

Deutschland debattiert über Verbot von Mohammed-Film

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sprach sich gestern für ein Verbot des in den USA produzierten islamfeindlichen Films „Die Unschuld der Muslime“ in Deutschland aus. Der Liberal-Islamische Bund ist gegen ein Vorführungsverbot.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Googles zwiespältiger Umgang mit Zensur

Während das islamkritische Schmähvideo aus den USA weiter für heftige Unruhen in der islamischen Welt sorgt, steigt der Druck auf den Internetkonzern Google. Bisher weigerte sich Google, das Video von seiner Plattform YouTube zu löschen, einzig der Zugang in manchen Ländern wurde blockiert. Sollte Google dabei eigenmächtig gehandelt haben, würde sich der Konzern in Argumentationsnot bringen - nicht zuletzt, weil Googles Umgang mit Zensur sehr zwiespältig ist.

Mehr dazu in Google will keine Verantwortung