Verzicht auf E10-Sprit lässt Hersteller Agrana kalt

Der österreichische Zucker- und Stärkekonzern Agrana erwartet keine Einbußen durch den Verzicht Österreichs auf den Biosprit E10. Das Bioethanolwerk der Firma werde künftig wie auch in den vergangenen Jahren seine Kapazitäten voll nutzen, teilte die Südzuckertochter heute mit. Agrana verkaufe auch bisher die Hälfte der Bioethanol-Produktion im Ausland und sei daher nicht auf den österreichischen Markt angewiesen.

E10-Einführung wird ausgesetzt

Die ursprünglich für 1. Oktober geplante Einführung des umstrittenen Biotreibstoffs E10 in Österreich ist gestern kurzfristig abgeblasen worden. Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP), der bis zu einem Treffen mit den zuständigen EU-Kommissaren am Starttermin festhielt, rechtfertigte die Kehrtwende mit offenen Fragen auf EU-Ebene. Auch wenn Österreich „das Thema weiterverfolgen“ werde, sei es zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll, die E10-Einführung bis auf Weiteres auszusetzen.

Mehr dazu in Berlakovich will Thema weiterverfolgen

Landwirte verärgert

In der Landwirtschaft rumort es wegen der Aussetzung des Agrotreibstoffes E10. Dem Bauernbund stieß heute obendrein noch das „vorzeitige Triumphgeheul von SPÖ und Grünen“ sauer auf. „Mit der Aussetzung von E10 ist die Energiefrage alles andere als gelöst. Die populistisch und unsachlich geführte Debatte hat jetzt kurzzeitige Effektpolitik ohne Nachhaltigkeit ausgelöst“, so Bauernbund-Direktor Johannes Abentung.

Die Debatte sei von „Scheinheiligkeit und Scheinargumenten geprägt“. Und er stellte klar: „Bauern sind Lebensmittelproduzenten, keine Nahrungsmittelräuber.“ Abentung geht davon aus, dass das Thema E10 noch nicht ganz vom Tisch ist.