Elf Tote bei Anschlag in Kabul: Viele Ausländer unter Opfern

Bei einem mutmaßlichen Vergeltungsanschlag wegen eines islamfeindlichen Schmähvideos hat ein Selbstmordattentäter in Kabul zehn Menschen mit in den Tod gerissen, die meisten davon Ausländer. Der Vizepolizeichef der afghanischen Hauptstadt, Mohammad Daud Amin, sagte, bei den Toten handele es sich um neun Südafrikaner und Russen - darunter eine Frau - sowie um deren afghanischen Fahrer.

Der Sprecher der russischen Botschaft, Stepan Anikejew, sagte dagegen, Russen seien bei dem Anschlag nicht betroffen gewesen. Seinen Angaben zufolge starben sieben Südafrikaner, ein Kirgise, ein afghanischer Übersetzer und der einheimische Fahrer.

Vergeltungsanschlag für Mohammed-Video

Die radikal-islamische Hesb-i-Islami (HIG) des früheren Premierministers Gulbuddin Hekmatjar übernahm die Verantwortung für den Anschlag auf der Flughafenstraße. HIG-Sprecher Subair Seddiki sagte in einem Telefongespräch, es habe sich um einen Vergeltungsanschlag für das islamfeindliche Mohammed-Video gehandelt.

Die Attentäterin sei eine 20 Jahre alte Frau namens Fatima aus Kabul gewesen. Frauen verüben in Afghanistan äußerst selten Selbstmordanschläge. Die Polizei bestätigte zunächst nicht, dass es sich um eine Attentäterin gehandelt habe.

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Deutschland debattiert über Verbot von Mohammed-Film

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sprach sich gestern für ein Verbot des in den USA produzierten islamfeindlichen Films „Die Unschuld der Muslime“ in Deutschland aus. Der Liberal-Islamische Bund ist gegen ein Vorführungsverbot.

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Googles zwiespältiger Umgang mit Zensur

Während das islamkritische Schmähvideo aus den USA weiter für heftige Unruhen in der islamischen Welt sorgt, steigt der Druck auf den Internetkonzern Google. Bisher weigerte sich Google, das Video von seiner Plattform YouTube zu löschen, einzig der Zugang in manchen Ländern wurde blockiert. Sollte Google dabei eigenmächtig gehandelt haben, würde sich der Konzern in Argumentationsnot bringen - nicht zuletzt, weil Googles Umgang mit Zensur sehr zwiespältig ist.

Mehr dazu in Google will keine Verantwortung