Japan sichtet chinesische Schiffe vor Inseln

Die japanische Küstenwache hat heute mehrere chinesische Schiffe nahe der umstrittenen Inseln im Ostchinesischen Meer gesichtet. Elf chinesische Schiffe seien bis an die japanischen Hoheitsgewässer nahe der auf Chinesisch Diaoyu und auf Japanisch Senkaku genannten Felseninseln vorgestoßen, berichteten japanische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die Küstenwache.

Berichten zufolge ist eine Flotte Hunderter chinesischer Fischerboote zum Beginn der neuen Fangsaison in das Seegebiet aufgebrochen. Chinas Küstenwache will die Fischer beschützen. Zwischenfälle wurden bisher nicht bekannt.

Die unbewohnten Felseninseln sind seit Jahrzehnten zwischen beiden Nachbarländern umstritten. In dem Seegebiet gibt es reiche Fischgründe sowie Öl- und Gasvorkommen. Wegen des Streits um die Inseln ist es in China in zahlreichen Städten zu Protesten gekommen.

Proteste vor japanischer Botschaft in Peking

Zehntausende nahmen auch heute an anti-japanischen Demonstrationen in zahlreichen chinesischen Städten teil. Ein Großaufgebot an Polizei und paramilitärischen Kräften sicherte die meist gut organisierten Protestzüge. Anlass der neuen Massenaufmärsche ist der historisch heikle Jahrestag des Mukden-Zwischenfalls am 18. September 1931, den die kaiserlich japanische Armee damals als Vorwand für ihre Invasion in Nordostchina genommen hatte.

Neuerliche Demonstrationen gab es in Peking vor der japanischen Botschaft sowie im ganzen Land verteilt in Städten wie Guangzhou, Changsha, Chongqing, Wenzhou, Harbin und Shenyang. Die Demonstranten protestierten wie bereits am Wochenende gegen den Kauf von Inseln im Ostchinesischen Meer durch die japanische Regierung.

Japanische Konzerne stoppen Produktion

Große japanische Konzerne schlossen aus Sicherheitsgründen ihre Fabriken in China. Elektronikhersteller wie Sony, Mitsubishi Electric sowie Autofabriken von Honda, Toyota, Suzuki oder Nissan schickten ihre chinesischen Arbeiter vorerst für zwei Tage nach Hause.