D: „NSU“-Terrorhelfer lieferte angeblich fünf Hinweise

Der mutmaßliche Helfer des Zwickauer Neonazi-Terrortrios, Thomas S., soll dem Berliner Landeskriminalamt als V-Mann mindestens fünf Hinweise auf die drei untergetauchten Neonazis gegeben haben. Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ lieferte er bereits im Jahr 2002 den ersten Tipp zum Aufenthaltsort von Uwe B., Uwe M. und Beate Z.

2005 soll der 44-Jährige vier weitere Angaben gemacht haben. S. war von Ende 2000 bis Anfang 2011 als V-Mann für das Berliner LKA tätig. Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren.

CDU-Innensenator in Bedrängnis

Dem Bericht nach nannte der V-Mann auch den Namen eines Musikproduzenten, der dem Terrorzrio „Nationalsozialistischer Untergrund“ („NSU“) Waffen beschafft haben soll. Wie die Berliner Sicherheitsbehörde mit den Hinweisen umging und ob die Informationen an das Landeskriminalamt in Sachsen, den Verfassungsschutz und an das Bundeskriminalamt weitergeleitet wurden, sei derzeit noch unklar.

Die Enthüllungen bringen Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) weiter in Bedrängnis. Er soll bereits im März von der Tätigkeit des Terrorhelfers erfahren haben, diese Informationen jedoch nicht an den NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages weitergegeben haben.