Themenüberblick

Chronologie bisheriger Fälle

Gepanschter Alkohol mit Methanol fordert aufgrund schwerer Vergiftungen immer wieder Menschenleben oder führt zur Erblindung. Neben der Türkei ist auch Indien besonders häufig davon betroffen.

Dezember 2011: Mehr als 140 Menschen sterben in Indien - die meisten von ihnen arme Tagelöhner, Rikschafahrer und Straßenhändler. In illegalen Kaschemmen südlich von Kalkutta hatten sie gepanschten Schnaps getrunken. Mehr als 100 Menschen werden in Krankenhäusern behandelt.

Juni 2011: Drei junge Russinnen sterben, weil ihnen auf einer Bootstour vor der Küste von Bodrum in der Türkei gepanschter Alkohol serviert wird. Mehr als 20 Urlauber kommen ins Krankenhaus. Auch im Ferienort Antalya werden Flaschen sichergestellt.

Juli 2009: Gepanschter Alkohol kostet im westindischen Bundesstaat Gujarat mindestens 136 Menschen das Leben. Sicherheitskräfte schließen 1.200 Schwarzbrennereien und nehmen knapp 600 Menschen fest. Bereits 1989 waren dort 132 Menschen an Vergiftungen gestorben.

Mai 2009: Auf der indonesischen Ferieninsel Bali sterben 16 Menschen an Methanol-Vergiftungen. Oft wird hier Reiswein mit Chemikalien versetzt, um den Alkoholgehalt zu erhöhen. Wenige Monate zuvor waren 14 Menschen auf Java gestorben, die Fusel aus 90-prozentigem Alkohol, Ginseng und vergorenem Tee getrunken hatten.

März 2009: Nach einem Trinkgelage im türkischen Ferienort Kemer stirbt ein 21 Jahre alter Berufsschüler aus Lübeck. Zwei Schüler fallen ins Koma und sterben kurz darauf in der Lübecker Uniklinik. Auf einer Klassenreise hatten sie gepanschten Alkohol getrunken. Zwei Getränkelieferanten werden zu langen Haftstrafen verurteilt.

Oktober 2006: Mengen an gepanschtem Wodka lösen in vielen Regionen Russlands eine Vergiftungswelle mit Tausenden Erkrankungen und über hundert Todesfällen aus. Die Behörden berichten von völlig überfüllten Krankenhäusern. In mindestens zwei Gebieten wird der Notstand ausgerufen.