Mölzer: Antisemitischer Cartoon „tut Strache leid“

Der freiheitliche Europaabgeordnete Andreas Mölzer hat versichert, dass FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die Veröffentlichung eines mutmaßlich antisemitischen Cartoons im Sozialen Netzwerk Facebook leidtut.

„Es ist einfach passiert. Das tut Strache auch leid. Da war sicher kein antisemitischer Impetus dabei“, sagte Mölzer heute in Straßburg. Er habe auch das Gefühl gehabt, dass sich Strache selbst in diesem Sinne geäußert habe.

FPÖ-EU-Mandatar: „Würde mich hüten, solche Sachen zu verteidigen“

„Strache wollte zu 100 Prozent nichts Antisemitisches aussagen. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer“, sagte Mölzer. Es habe sich vielmehr um eine „bankenkritische“ Karikatur gehandelt. „Ich würde mich hüten, solche Sachen zu verteidigen“, sagte der freiheitliche EU-Mandatar Franz Obermayr. Es bestehe aber ein grundsätzliches Problem mit Veröffentlichungen auf Facebook.

Vorarlberger Landesparteichef verteidigt Strache

Auch der Vorarlberger FPÖ-Landesparteichef Dieter Egger verteidigte Strache in der Angelegenheit rund um den mutmaßlich antisemitischen Cartoon. „Strache wollte das Bankensystem, die Verflechtungen in die nationalen Regierungen, die Finanzkrise, alle, die jetzt bezahlen müssen, darstellen“, erklärte Egger in der ORF-Sendung „Vorarlberg heute“. Der Parteichef habe sich deutlich davon distanziert, „dass etwas Antisemitisches gemeint war“, so Egger.

Der Vorarlberger FPÖ-Chef übte aber indirekt Kritik an Strache, weil dieser eine Karikatur auf seiner „Facebook“-Seite verwendete. „Karikaturen sind gefährlich, weil sie beim Beobachter eine Wirkung erzeugen können, die man so nicht wollte“, sagte Egger. Das sei in dem Fall passiert und insofern ärgerlich, als damit das wesentliche Diskussionsthema komplett überdeckt werde.

Dem austrittswilligen FPÖ-Bürgermeister von Vandans (Bezirk Bludenz) richtete Egger aus, „dass ich mich sehr freuen würde, wenn er sich wieder in die Partei einbringen würde“. Wachter habe sich auf Landesebene schon vor Jahren zurückgezogen, es seien in der Partei aber auch kritische Stimmen gefordert. Klargestellt wurde sowohl von Wachter als auch von Egger, dass die Parteimitgliedschaft aufrecht ist. Wachter sagte allerdings im ORF-Interview, dass jetzt wohl die Zeit gekommen sei, „wo ich meinen Rücktritt vornehmen werde“.