Selbstmordanschlag in Istanbul - mindestens zwei Tote

Ein Selbstmordattentäter hat sich heute vor einer Polizeiwache der türkischen Metropole Istanbul in die Luft gesprengt. Der Attentäter und ein Polizist wurden getötet, bestätigte der Polizeisprecher Huseyin Capkin gegenüber Reuters.

Der Attentäter habe den Angaben zufolge zuerst eine Granate in das Gebäude geworfen, dabei sei der Polizist ums Leben gekommen. Danach habe sich der Unbekannte selbst getötet. Türkische Medien berichteten weiters von mindestens vier Verletzten.

Die Polizeiwache in Sultangazi, einem Stadtteil im Nordwesten des europäischen Teils von Istanbul, wurde bei der Explosion schwer beschädigt. Offenbar seien mehrere Menschen durch herabstürzende Gebäudeteile verschüttet worden, berichtete NTV.

Video dazu in iptv.ORF.at

Noch kein Bekenner

Wer für den Anschlag verantwortlich sein könnte, ist unklar - bisher bekannte sich niemand dazu. In den vergangenen Jahren hatten vor allem kurdische Extremisten in der Türkei bei Anschlägen Selbstmordattentäter eingesetzt.

Vor fast genau zwei Jahren sprengte sich ein Mitglied der Gruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) auf dem zentralen Taksim-Platz von Istanbul in die Luft. Der Attentäter selbst kam ums Leben, 32 weitere Menschen wurden verletzt. Die TAK ist eine Unterorganisation der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Die Kurdenrebellen verstärkten in jüngster Zeit ihre Gewaltaktionen in der Türkei.