Getrennte Verhandlungen über Metaller-KV

Erstmals wird der Metaller-KV nicht von allen sechs Fachverbänden gemeinsam verhandelt - laut den betroffenen Gewerkschaften Pro-Ge und GPA-djp konnte keine Einigung auf einen gemeinsamen Zeitplan mit den sechs Fachverbänden in der Wirtschaftskammer erzielt werden. Ziel sei dennoch ein Einheitskollektivvertrag, betonten die Gewerkschaften in einer Aussendung.

Nun beginnt die Lohnrunde am 19. September mit einer gemeinsamen Forderungsübergabe, weitere Termine sollen bis dahin abgestimmt werden. Bis zuletzt hatten die Gewerkschaften die Forderung der Wirtschaft, einzeln zu verhandeln, vehement abgelehnt. Sie hatten vor wenigen Wochen sogar von einem „Bruch der Sozialpartnerschaft“ gesprochen.

„Können sie nicht am Tisch festbinden“

Gefragt, wieso die Gewerkschaft nun auf die Forderung der Wirtschaft eingeschwenkt sei, hieß es gegenüber ORF.at, man habe alles versucht, könne die Arbeitgeber aber nicht zwingen. Die Fachverbände in der Wirtschaftskammer seien eine „freiwillige KV-Gemeinschaft“, und man könne diese nicht gemeinsam „an einem Tisch festbinden“. Zudem müsse man irgendwann zu verhandeln beginnen. So gesehen sei das ein „Kompromiss“.

Die Gewerkschaften würden nun in alle sechs Verhandlungen mit denselben Forderungen gehen. Erklärtes Ziel sei es, mit allen Fachverbänden einen identen KV-Abschluss zu erreichen. Wie die Verhandlungen angelegt werden, steht laut Gewerkschaft noch nicht fest - etwa, ob in den Fachverbänden parallel oder nacheinander verhandelt wird.

„Bruch der Sozialpartnerschaft“

Pro-Ge-Verhandlungsführer Rainer Wimmer hatte noch Anfang August getönt, mit getrennten Verhandlungen würden eine „40-jährige Erfolgsgeschichte und der soziale Friede“ aufs Spiel gesetzt. Die Gewerkschaft machte damals interne Streitereien in der Wirtschaftskammer dafür verantwortlich.

Nivellierung nach unten?

Die Wirtschaftskammer betonte dagegen, dass die getrennte Verhandlungsführung nicht die Folge von Meinungsverschiedenheiten unter den Arbeitgebern sei. Vielmehr hätten die Entwicklungen der letzten Jahre gezeigt, „dass durch den immer schärferen internationalen Wettbewerb die Produktionsbedingungen in den Branchen der Verhandlungsgemeinschaft immer divergenter werden“.

Durch getrennte Verhandlungen hoffe man, besser auf diese Bedingungen eingehen zu können. Die Gewerkschaft dagegen befürchtet eine Nivellierung der KVs nach unten.